- Erst sichern, dann suchen: Wasser auffangen, betroffene Stromkreise abschalten, den Schaden fotografieren – und nicht selbst aufs Dach steigen, schon gar nicht bei Nässe oder Wind.
- Die nasse Stelle an der Decke ist selten das Leck. Wasser läuft auf Unterdeckbahn und Sparren oft ein bis mehrere Meter weiter, bevor es innen sichtbar wird.
- Nicht jeder Wasserfleck ist ein Dachschaden: Kondenswasser aus der Raumluft oder eine undichte Leitung sehen oft ähnlich aus und brauchen eine ganz andere Lösung.
- Sturm ab Windstärke 8 und Hagel zahlt in der Regel die Wohngebäudeversicherung, Verschleiß und Altersschäden nicht. Den Schaden müssen Sie der Versicherung unverzüglich melden.
- Richtwerte: einzelne Ziegel ersetzen ca. 150–400 €, Anschluss an Kamin oder Wand neu eindichten ca. 300–800 € plus Blech – mehr auf unserer Seite Dachreparatur.
- Mieter melden den Schaden sofort dem Vermieter. Das Dach reparieren lassen muss der Eigentümer.
Die 5 wichtigsten Schritte, wenn das Dach undicht ist
Wenn Wasser durchs Dach kommt, schützen Sie zuerst Menschen und Haus, begrenzen dann den Schaden und lassen anschließend die Ursache klären. Diese fünf Schritte helfen in genau dieser Reihenfolge:
- Wasser auffangen und Strom sichern: Eimer, Wanne oder Tücher unterstellen. Läuft Wasser in der Nähe von Leuchten, Steckdosen oder Abzweigdosen, schalten Sie den betroffenen Stromkreis an der Sicherung ab.
- Möbel, Elektrogeräte und Wertsachen schützen: wegräumen oder mit Folie abdecken, Teppiche aufnehmen.
- Schaden fotografieren: Flecken, Tropfstellen und beschädigte Gegenstände mit Datum festhalten. Außen nur vom Boden oder aus dem Fenster fotografieren.
- Nicht aufs Dach steigen: Nasse Ziegel sind glatt, bei Wind droht ein Absturz. Das ist Arbeit für den Dachdecker mit Sicherung.
- Dachdecker und Versicherung informieren: Fotos per WhatsApp an den Dachdecker schicken und den Schaden unverzüglich der Versicherung melden. Mieter informieren zuerst den Vermieter.
Sofortmaßnahmen: die ersten 30 Minuten
In der ersten halben Stunde geht es nur darum, dass kein weiteres Wasser in Decke, Dämmung und Elektrik läuft. Die Ursache suchen Sie später – oder besser wir.
- Auffangen statt wischen: Stellen Sie Gefäße unter jede Tropfstelle und legen Sie Tücher darunter, damit Spritzwasser nicht in den Boden zieht.
- Dachboden prüfen, wenn das gefahrlos geht: Ist der Spitzboden begehbar, sehen Sie mit einer Taschenlampe nach, wo das Wasser herunterläuft. Legen Sie dort Folie oder eine Wanne aus.
- Folie von innen statt von außen: Eine Plane, die Sie innen unter der undichten Stelle schräg befestigen, leitet Wasser in einen Eimer. Das ist ein gutes Provisorium bis zur Reparatur.
- Nasse Dämmung nicht liegen lassen: Durchnässte Dämmmatten im offenen Dachboden nehmen Sie heraus oder legen sie zum Trocknen auf. In der geschlossenen Dachschräge bitte nichts aufschneiden – das klären wir vor Ort.
- Trocknen: Heizen und regelmäßig stoßlüften, sobald kein Wasser mehr nachkommt. So beugen Sie Schimmel vor.
Was Sie jetzt nicht tun sollten
- Bei Regen, Sturm oder Dunkelheit aufs Dach oder auf eine Leiter an der Traufe steigen.
- Elektrogeräte anfassen, die im Wasser stehen, solange der Strom nicht abgeschaltet ist.
- Unter einer Decke stehen bleiben, die sich durch angestautes Wasser wölbt. Eine durchnässte Gipsplatte kann nachgeben.
- Von innen mit Silikon oder Bauschaum abdichten. Das stoppt kein Wasser von außen, sondern verlagert es nur.
Nach einem Sturm: Abstand halten
Liegen lose Ziegel auf der Straße oder hängen sie über der Rinne, halten Sie Abstand zur Hauswand und parken Sie Autos um. Sperren Sie den Bereich unter der Traufe ab, wenn Passanten gefährdet sind. Lose Teile sichern wir, sobald der Wind nachgelassen hat und die Arbeit sicher möglich ist.
Woran Sie ein undichtes Dach erkennen
Ein undichtes Dach tropft nicht immer sofort. Oft zeigen sich zuerst kleine Zeichen, die man leicht übersieht – und bis dahin hat sich das Wasser schon in Dämmung und Holz verteilt. Achten Sie auf diese Anzeichen:
- Wasserflecken mit dunklem Rand an Decke oder Dachschräge, die nach Regen größer werden
- Stockflecken oder Schimmel in Ecken und an der Dachschräge
- Abplatzende Farbe, Risse im Putz, aufgequollene Gipskartonplatten
- Dunkle, feuchte Sparren oder Latten und Wasserränder auf der Dämmung im Dachboden
- Muffiger Geruch im Dachgeschoss, der nach Regen stärker wird
- Tropfgeräusche hinter der Verkleidung bei Regen
- Tageslicht, das man im Dachboden durch die Deckung sieht (bei Dächern ohne Unterdeckung)
- Außen: verschobene oder fehlende Ziegel, lose Firstziegel, Moosstreifen und Wasserspuren an der Fassade unter der Rinne
Dachboden-Check in fünf Minuten
Gehen Sie, wenn möglich, während oder direkt nach einem Regen mit einer hellen Taschenlampe in den Dachboden. Sehen Sie sich die Unterseite der Unterdeckbahn, die Sparren, den Bereich rund um Kamin und Dachfenster und die Traufe an. Markieren Sie nasse Stellen mit Kreide und machen Sie Fotos. Das spart bei der Besichtigung Zeit, weil wir sofort wissen, wo wir außen suchen müssen.
Wo ist das Leck? Warum die nasse Stelle täuscht
Das Leck liegt fast nie direkt über dem Wasserfleck, sondern meist darüber – oft ein bis mehrere Meter weiter oben. Wasser, das durch einen verschobenen Ziegel kommt, läuft zuerst auf der Unterdeckbahn oder an einem Sparren entlang. Es tropft erst dort ab, wo es auf ein Hindernis trifft: eine Latte, einen Nagel, einen Stoß in der Dämmung. Deshalb führt es in die Irre, nur über dem Fleck einen Ziegel zu tauschen.
| Wo es innen nass ist | Wo wir zuerst suchen |
|---|---|
| Dachschräge unterhalb des Kamins | Kaminanschluss (Bleche, Kappleiste), Kaminkopf und Abdeckung |
| Laibung oder Rahmen eines Dachfensters | Eindeckrahmen, Anschluss an die Unterdeckbahn – oder Kondenswasser |
| Außenwand direkt unter der Traufe | Dachrinne mit Rückstau, Traufblech, Unterdeckung an der Traufe |
| Mitte der Decke im Obergeschoss | First, Grat, Lüfterziegel und Durchdringungen wie Antenne oder Rohre – oder Kondenswasser |
| Wandanschluss an Anbau oder Gaube | Wandanschluss, Kehle, Gaubenwangen |
| Nur bei Starkregen mit Wind | Kehle, Ortgang, zu flach verlegte Ziegel, überlaufende Rinne |
Kommt das Wasser wirklich von außen?
Nicht jede nasse Stelle ist ein Dachschaden. Drei andere Ursachen sehen oft genauso aus:
- Kondenswasser: Warme, feuchte Raumluft gelangt durch Lücken in der Dampfbremse in die Dämmung. An der kalten Unterdeckung kondensiert sie und tropft herunter. Typisch: Es tritt bei Frost oder kalten Nächten auf, auch wenn es nicht geregnet hat.
- Leitungswasser: Heizungsrohre, ein Bad im Dachgeschoss oder Leitungen einer Solarthermieanlage können undicht sein. Typisch: Die Stelle bleibt nass, unabhängig vom Wetter.
- Flugschnee: Bei Sturm mit Pulverschnee kann feiner Schnee unter die Ziegel gelangen und später schmelzen. Ein einzelnes Ereignis ist kein Leck, bei Dächern ohne Unterdeckung aber ein Warnsignal.
Eine einfache Faustregel: Wächst der Fleck nur bei Regen, ist es meist ein Leck. Tritt er bei Kälte ohne Regen auf, spricht viel für Kondenswasser. Ist er immer da, prüfen Sie die Leitungen. Kondenswasser beheben wir nicht auf dem Dach, sondern innen an der luftdichten Ebene der Dachdämmung.
So suchen wir das Leck
- Schadensbild innen aufnehmen: Lage, Größe und wann die Stelle nass wird.
- Dachboden und Unterseite der Deckung prüfen, Wasserwege an Sparren und Bahnen zurückverfolgen.
- Außen Deckung, Anschlüsse, First, Kehlen und Rinne an der vermuteten Stelle und darüber prüfen.
- Wenn nötig, eine gezielte Wasserprobe: Wir lassen abschnittsweise Wasser über das Dach laufen, von unten nach oben, bis die Stelle innen wieder nass wird.
- Reparieren und beim nächsten Regen kontrollieren, ob innen alles trocken bleibt.
Die häufigsten Ursachen für ein undichtes Dach
Die meisten Undichtigkeiten entstehen nicht in der Fläche, sondern an Übergängen und Anschlüssen. Diese Ursachen finden wir am häufigsten:
Sturm: verschobene oder gebrochene Ziegel
Starker Wind hebt Ziegel an, verschiebt sie oder bricht Ecken heraus. Oft genügt eine kleine Lücke, damit Regen auf die Unterdeckung gelangt. Wir setzen die Ziegel neu, ersetzen gebrochene und sichern sie bei Bedarf mit Sturmklammern.
Anschlüsse an Kamin, Wand und Gaube
Wo die Deckung an ein anderes Bauteil stößt, sorgen Bleche, Kappleisten und Dichtbänder für den Übergang. Sie altern, lösen sich oder reißen, ältere Mörtelanschlüsse bekommen Risse. Das ist eine der häufigsten Ursachen überhaupt.
Dachfenster
Laub im Eindeckrahmen, ein gealterter Anschluss an die Unterdeckbahn oder verrutschte Ziegel neben dem Fenster lassen Wasser eindringen. Häufig ist es aber Kondenswasser. Mehr dazu im Ratgeber Dachfenster undicht.
First und Grat
Firstziegel, die in Mörtel gesetzt sind, lockern sich, wenn der Mörtel nach Jahrzehnten reißt. Wir setzen sie neu, auf Wunsch als Trockenfirst mit Lüftungsband, der ohne Mörtel auskommt und belüftet ist.
Kehle
In der Kehle, wo zwei Dachflächen zusammenlaufen, sammelt sich besonders viel Wasser und Laub. Korrodierte Kehlbleche oder zu knapp geschnittene Ziegel führen bei Starkregen zu Undichtigkeiten.
Verstopfte Dachrinne
Ist die Rinne voll Laub, staut sich das Wasser zurück und läuft unter die Traufziegel – innen wird es dann direkt an der Außenwand nass. Auch Eis in der Rinne kann zu Rückstau führen.
Gealterte Unterdeckung
Unterdeckbahnen aus den 1970er- und 1980er-Jahren werden spröde und reißen, alte Bitumenpappen werden brüchig. Solange die Ziegel dicht liegen, fällt das nicht auf. Rutscht ein Ziegel, fehlt dann die zweite Schutzschicht. Gibt es viele solcher Stellen, ist eine Sanierung meist sinnvoller als die nächste Reparatur.
Nachträgliche Durchdringungen
Antennen, Satellitenschüsseln, Lüftungsrohre oder Dachhaken einer Solaranlage: Wird bei der Montage ein Ziegel ausgeklinkt oder die Unterdeckung durchstoßen und nicht sauber angeschlossen, entsteht ein Leck, das oft erst Monate später auffällt.
Flachdach
Beim Flachdach sind Blasen in der Abdichtung, offene Nähte, verstopfte Abläufe und undichte Anschlüsse an der Attika typische Ursachen. Mehr dazu auf unserer Seite Flachdach abdichten.
Was Sie selbst tun dürfen – und was nicht
Alles, was Sie von innen und vom sicheren Boden aus tun können, ist erlaubt und sinnvoll. Arbeiten auf dem Dach eines Wohnhauses gehören in die Hände eines Dachdeckers – wegen der Absturzgefahr und weil gut gemeinte Eigenreparaturen den Schaden oft vergrößern.
| Maßnahme | Selbst machen? | Warum |
|---|---|---|
| Wasser auffangen, Folie innen anbringen | Ja | Begrenzt den Schaden und ist gefahrlos |
| Dachboden kontrollieren und Fotos machen | Ja | Hilft bei der Suche und für die Versicherung |
| Dachrinne an einem eingeschossigen Anbau reinigen | Mit Vorsicht | Nur mit sicherer Leiter, zu zweit und bei trockenem Wetter |
| Dach von Gartenhaus, Carport oder Schuppen flicken | Meist ja | Geringe Höhe, einfache Bitumenbahnen |
| Ziegel am Wohnhaus zurechtschieben | Nein | Absturzgefahr; Ziegel brechen, die Unterdeckung wird beschädigt |
| Silikon, Bauschaum oder Dichtband auf Ziegel | Nein | Hält kurz, staut Wasser und macht die spätere Reparatur teurer |
| Plane von außen über das Dach spannen | Nein | Wind reißt sie los; auf dem nassen Dach droht ein Absturz |
Dazu kommt ein praktischer Grund: Wer selbst am Dach arbeitet und dabei etwas beschädigt, kann der Versicherung später kaum noch belegen, was der Sturm angerichtet hat und was erst danach passiert ist.
Wer zahlt? Versicherung bei undichtem Dach
Wer zahlt, hängt von der Ursache ab: Hat Sturm oder Hagel das Dach beschädigt, ist das in der Regel ein Fall für die Wohngebäudeversicherung. Ist das Dach durch Alter und Verschleiß undicht geworden, zahlt in der Regel keine Versicherung – dann trägt der Eigentümer die Reparatur. Die folgende Übersicht gilt für übliche Verträge; maßgeblich sind immer Ihre Versicherungsbedingungen.
| Ursache | Zuständige Versicherung | Zahlt in der Regel? |
|---|---|---|
| Sturm ab Windstärke 8 hat Ziegel gelöst oder beschädigt | Wohngebäudeversicherung | Ja, auch Folgeschäden durch eindringenden Regen am Gebäude |
| Hagel beschädigt Deckung oder Dachfenster | Wohngebäudeversicherung | Ja |
| Möbel, Teppiche, Geräte durch Sturm- oder Hagelfolgen nass | Hausratversicherung | Ja, je nach Vertrag |
| Regen dringt ohne vorherigen Sturm durch ein altes Dach | – | Nein, gilt als Verschleiß |
| Starkregen ohne Sturm, Wasser kommt durchs Dach | ggf. Elementarschaden-Baustein | Nur, wenn der Vertrag diesen Fall ausdrücklich erfasst |
| Rückstau aus verstopfter Dachrinne | – | Meist nein |
| Kondenswasser in der Dachschräge | – | Nein |
| Undichtes Heizungs- oder Wasserrohr im Dachgeschoss | Wohngebäudeversicherung (Leitungswasser) | Ja, je nach Vertrag |
Sturm und Hagel
Als Sturm gilt in den üblichen Bedingungen der Wohngebäudeversicherung Wind ab Windstärke 8, also ab etwa 62 km/h. Ob an Ihrem Ort so starker Wind wehte, prüft der Versicherer meist anhand von Wetterdaten. Versichert sind dann die Schäden am Dach und die Folgeschäden durch Regen, der durch die entstandene Lücke eindringt.
Starkregen ohne Sturm
Dringt Regen ein, ohne dass vorher Sturm oder Hagel das Dach beschädigt hat, zahlt die Wohngebäudeversicherung in der Regel nicht. Auch ein Elementarschaden-Baustein hilft nicht automatisch: Viele Bedingungen erfassen vor allem Überschwemmung und Rückstau, nicht Regen, der durch das Dach kommt. Lesen Sie hier genau nach oder fragen Sie Ihren Versicherer.
Verschleiß und fehlende Wartung
Poröse Ziegel, eine spröde Unterdeckung oder gerissener Firstmörtel gelten als Abnutzung. Viele Verträge verlangen außerdem, dass Sie das Gebäude ordnungsgemäß instand halten. Wer bekannte Mängel lange liegen lässt, riskiert, dass der Versicherer auch bei einem späteren Sturmschaden kürzt.
Schadensminderung und Kosten der Notsicherung
Nach dem Versicherungsvertragsgesetz (§ 82 VVG) müssen Sie den Schaden nach Möglichkeit abwenden und gering halten. Eimer, Folie und eine fachgerechte Notsicherung des Daches gehören genau dazu. Die Kosten solcher angemessenen Maßnahmen ersetzt der Versicherer (§ 83 VVG), auch wenn sie nicht vollständig erfolgreich waren. Bewahren Sie die Rechnung auf.
Hinweis: Das ist eine allgemeine Orientierung, keine Rechtsberatung. Im Einzelfall entscheiden Ihre Vertragsbedingungen.
Schaden melden: So gehen Sie vor
Melden Sie den Schaden Ihrer Versicherung unverzüglich, sobald Sie ihn bemerken – das verlangt § 30 VVG. Mit diesen Schritten geht die Regulierung am schnellsten:
- Schaden melden: telefonisch, online oder per App. Notieren Sie die Schadennummer und den Namen Ihres Ansprechpartners.
- Dokumentieren: Fotos und kurze Videos von innen und außen, Datum und Uhrzeit, Wetterlage („Sturm in der Nacht vom …“). Fotografieren Sie auch heruntergefallene Ziegel, bevor Sie sie wegräumen.
- Notsicherung beauftragen: Lassen Sie das Dach provisorisch schließen, damit kein weiteres Wasser eindringt. Dafür müssen Sie nicht auf die Freigabe warten.
- Beschädigte Teile aufheben: Defekte Ziegel, Bleche oder nasse Gegenstände erst entsorgen, wenn der Versicherer zugestimmt hat.
- Befund und Angebot einreichen: Der Dachdecker beschreibt Ursache und Umfang des Schadens und erstellt ein Angebot für die Reparatur.
- Gutachter-Termin: Bei größeren Schäden schickt der Versicherer einen Gutachter. Es hilft, wenn der Dachdecker dabei ist.
- Reparatur nach Freigabe: Die endgültige Reparatur beginnt in der Regel, wenn der Versicherer die Kosten bestätigt hat.
Für Sie übernehmen wir die Schritte 3 und 5: Wir sichern das Dach, halten den Schaden mit Fotos fest und schreiben Befund und Angebot so, dass Sie beides direkt bei Ihrer Versicherung einreichen können.
Mieter und Vermieter: Wer muss was tun?
Als Mieter müssen Sie den Schaden sofort Ihrem Vermieter oder der Hausverwaltung melden; die Reparatur des Daches ist dann Sache des Vermieters. So regelt es das Bürgerliche Gesetzbuch.
Pflichten des Mieters
- Unverzüglich melden: Nach § 536c BGB muss ein Mangel ohne schuldhaftes Zögern angezeigt werden. Wer das versäumt, haftet für Schäden, die durch die verspätete Meldung entstehen, und verliert unter Umständen das Recht auf Mietminderung.
- Schaden begrenzen: Eimer unterstellen, Möbel schützen, Fotos machen – das ist auch für Mieter selbstverständlich.
- Eigene Sachen versichern: Beschädigte Möbel und Geräte des Mieters laufen über dessen Hausratversicherung, nicht über die Versicherung des Vermieters.
Pflichten des Vermieters
- Reparieren lassen: Der Vermieter muss die Wohnung in einem vertragsgemäßen Zustand erhalten (§ 535 BGB). Ein undichtes Dach muss er beheben lassen.
- Schnell handeln: Je länger Wasser eindringt, desto größer der Folgeschaden – an der Bausubstanz und an den Sachen der Mieter.
Darf der Mieter selbst einen Dachdecker rufen?
Grundsätzlich beauftragt der Vermieter. Ist er nicht erreichbar und muss das Dach sofort gesichert werden, um größeren Schaden am Haus zu verhindern, darf der Mieter in einer solchen Notlage die nötigen Maßnahmen veranlassen und die Kosten ersetzt verlangen (§ 536a BGB). Dokumentieren Sie in diesem Fall, wann und wie Sie versucht haben, den Vermieter zu erreichen.
Mietminderung
Ist die Wohnung durch das undichte Dach beeinträchtigt, kann die Miete für diese Zeit gemindert sein (§ 536 BGB). Wie viel angemessen ist, hängt vom Einzelfall ab; lassen Sie sich im Zweifel von einem Mieterverein beraten.
Was kostet die Reparatur eines undichten Daches?
Die meisten Undichtigkeiten lassen sich mit einer überschaubaren Reparatur beheben. Wie teuer es wird, hängt vor allem davon ab, wo das Leck sitzt, wie gut die Stelle erreichbar ist und ob Folgeschäden an Lattung, Dämmung oder Sparren entstanden sind.
| Reparatur | Richtwert |
|---|---|
| Einzelne Ziegel ersetzen oder neu verlegen | ca. 150–400 € |
| Firstziegel neu setzen, Teilstück | ca. 200–600 € |
| Anschluss an Kamin oder Wand neu eindichten | ca. 300–800 € plus Blech |
| Dachrinne reinigen und Stoßstellen abdichten | ca. 150–400 € |
| Dachrinne aus Titanzink erneuern, pro laufendem Meter | ca. 55–100 € |
| Durchfeuchtete Lattung und Unterdeckung abschnittsweise erneuern | nach Fläche, ab ca. 500 € |
Grobe Richtwerte inkl. MwSt. (Stand Oktober 2026), ersetzen kein Angebot. Nicht enthalten sind Hubsteiger oder Gerüst, falls die Stelle nicht mit Leiter und Dachsicherung erreichbar ist, und Arbeiten innen wie Trocknung oder Malerarbeiten. Das nennen wir Ihnen vorher im Angebot. Ist ein Sturm die Ursache, übernimmt diese Kosten in der Regel die Wohngebäudeversicherung.
Wie wir Reparaturen abwickeln und welche Schäden wir beheben, lesen Sie auf unserer Seite Dachreparatur.
Reparieren oder sanieren?
Eine Reparatur reicht, solange das Dach im Ganzen intakt ist und es sich um einen einzelnen, klar abgegrenzten Schaden handelt. Häufen sich die Lecks an verschiedenen Stellen, ist eine Sanierung auf Dauer meist günstiger als die fünfte Reparatur.
| Situation | Unsere Empfehlung |
|---|---|
| Einzelner Schaden nach Sturm, Deckung sonst in gutem Zustand | Reparatur |
| Undichter Anschluss an Kamin oder Wand, Dach jünger als ca. 30 Jahre | Reparatur, Anschluss neu herstellen |
| Immer wieder neue Lecks an verschiedenen Stellen | Zustand prüfen, Teil- oder Komplettsanierung abwägen |
| Ziegel porös oder abplatzend, Dach ca. 40–50 Jahre alt | Sanierung planen |
| Unterdeckung spröde, Lattung morsch oder durchfeuchtet | Sanierung, oft mit Dämmung |
Ziegel- und Betondächer erreichen nach etwa 40 bis 50 Jahren häufig das Ende ihrer Lebensdauer; gute Tondachziegel halten auch länger. Bei einer Sanierung lohnt es sich, das Dach gleich zu dämmen: Die gesetzlichen Vorgaben verlangen das bei einer Erneuerung ohnehin meist, und für die Dämmung gibt es staatliche Förderung. Wie wir dabei vorgehen, lesen Sie bei Dachsanierung; mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, im Ratgeber Dachsanierung Kosten.
Sonderfälle: Dachfenster und Flachdach
Dachfenster undicht
Am Dachfenster ist die häufigste Ursache gar kein Leck, sondern Kondenswasser an der kalten Scheibe oder am Rahmen. Echte Undichtigkeiten sitzen meist außen: Laub im Eindeckrahmen, ein gealterter Anschluss an die Unterdeckbahn oder verrutschte Ziegel neben dem Fenster. Wie Sie das eine vom anderen unterscheiden und wann ein neues Fenster sinnvoll ist, erklären wir im Ratgeber Dachfenster undicht.
Flachdach undicht
Auf dem Flachdach läuft Wasser nicht ab, sondern steht – jede kleine Fehlstelle wird zum Leck. Heben Sie keine Bahnen an und stechen Sie keine Blasen auf: Dadurch dringt erst recht Wasser unter die Abdichtung. Kontrollieren Sie nur vom sicheren Zugang aus, ob die Abläufe frei sind. Wir prüfen Nähte, Anschlüsse und Abläufe und reparieren punktuell oder sanieren die Abdichtung. Mehr dazu bei Flachdach abdichten.
Vorbeugen: Dachcheck und Rinnenreinigung
Die meisten Lecks kündigen sich an. Ein regelmäßiger Blick aufs Dach kostet wenig und verhindert, dass aus einem verrutschten Ziegel ein nasser Dachstuhl wird.
- Selbst vom Boden aus: Sehen Sie sich das Dach im Frühjahr und nach jedem stärkeren Sturm mit dem Fernglas an – auf verschobene Ziegel, lose Firstziegel und abstehende Bleche.
- Dachrinnen ein- bis zweimal im Jahr reinigen: am besten im Spätherbst nach dem Laubfall und im Frühjahr. Unter großen Bäumen eher öfter.
- Dachcheck vom Fachbetrieb: alle paar Jahre und nach schweren Stürmen. Bei Dächern, die älter als etwa 25 Jahre sind, empfiehlt sich eine jährliche Kontrolle.
- Bäume zurückschneiden: Äste, die bei Wind über die Ziegel schleifen, lockern die Deckung.
Was wir beim Dachcheck prüfen
Deckung und Befestigung, First und Grat, Kehlen, alle Anschlüsse an Kamin, Wand, Gauben und Dachfenster, Durchdringungen, Dachrinnen und Fallrohre sowie – soweit zugänglich – Unterdeckung und Holz im Dachboden. Kleinigkeiten wie einen verrutschten Ziegel beheben wir gleich mit. Sie erhalten eine kurze Rückmeldung mit Fotos, was in Ordnung ist und wo sich etwas anbahnt.
Dach undicht in Mörfelden-Walldorf und Umgebung: So helfen wir
Bei einem undichten Dach in Mörfelden-Walldorf und Umgebung schicken Sie uns am schnellsten Fotos per WhatsApp – vom Wasserfleck innen und, wenn möglich, vom Dach außen. Wir melden uns mit einer ersten Einschätzung und stimmen mit Ihnen ab, wann wir kommen. Telefonisch erreichen Sie uns montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr unter 0157 850 776 62.
- Timo Zwilling kommt selbst: Der Inhaber sieht sich den Schaden persönlich an und sucht die Ursache, statt nur die nasse Stelle zu flicken.
- Sichern, dokumentieren, reparieren: Wir schließen das Dach provisorisch, halten den Schaden mit Fotos fest und erstellen Befund und Angebot für Ihre Versicherung.
- Dachdecker und Zimmerei in einem Betrieb: Ist durch das Wasser Lattung oder ein Sparren geschädigt, beheben wir das im selben Auftrag – ohne zweiten Handwerker.
- Ehrliche Einschätzung: Wir sagen Ihnen, wann eine Reparatur reicht und wann sich eine Sanierung mehr lohnt.
Gaby Schulze schreibt in ihrer Google-Bewertung: „Zügige und reale fachmännische Begutachtung sowie eine schnelle Behebung der Schadstelle – und das kurz vor den Feiertagen.“
Wir sind in Mörfelden-Walldorf und im ganzen Kreis Groß-Gerau unterwegs, etwa in Groß-Gerau und Rüsselsheim, außerdem in Weiterstadt, Darmstadt, Langen und Dreieich. Alle Orte finden Sie im Einsatzgebiet.
Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026 · Fachlich verantwortlich: Timo Zwilling, Inhaber Dachtechnik Zwilling




