Dachdecker beim Eindecken eines Steildachs mit Biberschwanzziegeln
Dach & Sanierung

Dacheindeckung: Ihr Dach neu eindecken lassen

Tondachziegel, Dachsteine oder Biberschwanz: Wir decken Ihr Steildach neu ein – mit neuer Unterdeckung, Lattung, Sturmsicherung und dichten Anschlüssen.

Die Dacheindeckung ist die äußere, wasserführende Schicht Ihres Hauses – und das, was man vom Dach sieht. Wer sein Dach neu eindecken lässt, entscheidet für die nächsten Jahrzehnte über Dichtheit, Gewicht und Optik. Auf dieser Seite erfahren Sie, wann sich eine Neueindeckung lohnt, welches Material zu Ihrem Dach passt, wie wir vorgehen und womit Sie preislich rechnen können.

Wir decken Steildächer vollständig neu ein: Wir nehmen die alte Deckung ab, prüfen Sparren und Lattung, verlegen eine neue Unterdeckbahn, Konterlattung und Lattung und decken mit Tondachziegeln, Betondachsteinen oder Biberschwanz. Alle Anschlüsse an Kamin, Wand, Gaube und Dachfenster stellen wir dabei neu her. Weil Zimmerei und Dachdeckerei bei uns ein Betrieb sind, beheben wir Schäden am Dachstuhl im selben Ablauf. Geht es nur um einzelne Ziegel oder ein Leck, ist die Dachreparatur der richtige Weg. Soll zusätzlich gedämmt und das ganze Dach erneuert werden, lesen Sie bei der Dachsanierung weiter.

Material
Tondachziegel, Dachsteine, Biberschwanz
Inklusive
Unterdeckung, Lattung, First, Grat, Anschlüsse
Dauer
Einfamilienhaus meist 1–3 Wochen
Das Wichtigste in Kürze
  • Neu eindecken lohnt sich, wenn die Deckung großflächig verschlissen ist oder die Unterdeckung versagt – nicht schon bei einzelnen kaputten Ziegeln. Ton- und Betondeckungen halten meist 40 bis 80 Jahre.
  • Jede Deckung braucht eine Mindestneigung: Biberschwanz ab 30°, viele Falzziegel und Dachsteine ab 22°. Flachere Dächer brauchen Zusatzmaßnahmen.
  • Richtwerte inklusive Abdecken und Lattung: ca. 90–140 €/m² mit Dachsteinen, ca. 100–180 €/m² mit Tondachziegeln. Mehr im Ratgeber Dachsanierung-Kosten.
  • Wer neu eindeckt, muss in der Regel auch dämmen: Das Gebäudemodernisierungsgesetz (früher GEG) verlangt dann für das Steildach einen U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²K). Gefördert wird nur die Dämmung, nicht die reine Eindeckung.
  • In Hessen ist die Neueindeckung eines Ein- oder Zweifamilienhauses ohne Eingriff in die Konstruktion baugenehmigungsfrei. Bebauungsplan und Denkmalschutz gelten trotzdem.
  • Ein Einfamilienhaus decken wir meist in ein bis drei Wochen neu ein. Sie können währenddessen im Haus wohnen.

Was gehört zu einer Dacheindeckung?

Zu einer Dacheindeckung gehört weit mehr als die Ziegel. Sie besteht aus mehreren Schichten, die zusammen dafür sorgen, dass Regen, Schnee und Wind draußen bleiben und Feuchtigkeit aus der Konstruktion abtrocknen kann. Von innen nach außen ist ein typisches Steildach so aufgebaut:

  1. Sparren: die schrägen Balken des Dachstuhls, die das ganze Dach tragen.
  2. Unterdeckbahn oder Unterdeckplatte: die zweite wasserführende Ebene. Sie leitet Wasser ab, das bei Flugschnee oder Schlagregen unter die Ziegel gelangt.
  3. Konterlattung: Latten, die in Richtung der Sparren verlaufen. Sie schaffen einen Luftraum, durch den Feuchtigkeit abzieht, und lassen Wasser auf der Unterdeckbahn ungehindert zur Traufe laufen.
  4. Traglattung: waagerechte Latten, an denen die Ziegel hängen. Ihr Abstand richtet sich nach Ziegelmodell und Dachneigung.
  5. Deckung: Dachziegel, Dachsteine, Schiefer oder Metall – die sichtbare Schicht.

Die Bauteile an Kanten und Rändern

  • First: die obere waagerechte Kante, an der zwei Dachflächen zusammentreffen. Heute meist als belüfteter Trockenfirst ohne Mörtel ausgeführt.
  • Grat: die schräge, nach außen gerichtete Kante, typisch für das Walmdach.
  • Kehle: die nach innen gerichtete Rinne, in der zwei Dachflächen zusammenlaufen, zum Beispiel neben einer Gaube. Hier sammelt sich viel Wasser.
  • Ortgang: der seitliche Abschluss am Giebel, mit Ortgangziegeln oder einer Verblechung.
  • Traufe: die untere Dachkante mit der Dachrinne. Lüftungselemente lassen hier Luft unter die Deckung strömen.

Bei einer fachgerechten Neueindeckung erneuern wir in der Regel alle Schichten oberhalb der Sparren, nicht nur die Ziegel. Denn bei vielen älteren Häusern ist die fehlende oder brüchige Unterspannbahn der eigentliche Schwachpunkt.

Neue Unterdeckbahn und Konterlattung auf einem Steildach vor dem Eindecken
Neue Unterdeckbahn und Konterlattung auf einem Steildach vor dem Eindecken

Wann sollte man das Dach neu eindecken?

Ein Dach sollte neu eingedeckt werden, wenn die Deckung großflächig verschlissen ist oder die Schichten darunter nicht mehr dicht sind. Typische Anzeichen sind:

  • Ziegel oder Dachsteine sind auf großen Flächen porös, abgeplatzt oder rissig; nach Frostperioden liegen regelmäßig Scherben im Garten.
  • Betondachsteine haben ihre Oberfläche verloren, sind ausgewaschen und stark bemoost.
  • Im Dachboden gibt es mehrere feuchte Stellen gleichzeitig, oder Leckagen kehren nach Reparaturen zurück.
  • Unter den Ziegeln liegt keine oder eine brüchige Unterspannbahn, die Lattung ist morsch.
  • Die Dämmung soll ohnehin erneuert werden, zum Beispiel als Aufsparrendämmung.
  • Das Dach ist 40 Jahre oder älter, und für das alte Ziegelmodell gibt es keine Ersatzziegel mehr.

Wann eine Reparatur reicht

Sind nur einzelne Ziegel nach einem Sturm verrutscht oder ist ein Anschluss am Kamin undicht, müssen Sie nicht neu eindecken. Dann reicht eine gezielte Dachreparatur. Ein brauchbarer Maßstab: Wird innerhalb weniger Jahre zum dritten Mal an derselben Stelle repariert, ist meist der Aufbau darunter am Ende. Bei der Besichtigung sagen wir Ihnen ehrlich, welcher Fall vorliegt.

Neu eindecken oder umdecken?

Beim Umdecken nehmen wir die vorhandenen Ziegel ab, erneuern Unterdeckbahn und Lattung und legen die alten Ziegel wieder auf. Das lohnt sich nur, wenn die Ziegel selbst noch einwandfrei sind, etwa hochwertige Tondachziegel oder alte Biberschwänze an einem denkmalgeschützten Haus. Bruch beim Abnehmen lässt sich mit passenden Gebrauchtziegeln oder einem ähnlichen Modell ergänzen. Sind die Ziegel porös, spart Umdecken kaum etwas, denn der größte Teil der Kosten steckt in Arbeitszeit, Lattung und Unterdeckung. Was Umdecken im Vergleich kostet, steht im Ratgeber Dachsanierung und Dach neu decken: Kosten.

Materialien im Vergleich

Für geneigte Dächer kommen vor allem Tondachziegel, Betondachsteine, Biberschwanz, Schiefer und Metall in Frage. Sie unterscheiden sich in Lebensdauer, Mindestneigung, Gewicht und Preis:

MaterialLebensdauer (ca.)RegeldachneigungGewicht (ca.)Preisniveau
Tondachziegel (Falzziegel, Pfanne)60–80 Jahre und mehrje nach Modell 22–40°40–55 kg/m²mittel
Betondachsteine40–60 Jahremeist ab 22°42–47 kg/m²günstig
Biberschwanz (Ton)60–80 Jahre und mehrab 30°65–95 kg/m²gehoben
Naturschiefer80–100 Jahre und mehrAltdeutsche Deckung ab 25°22–40 kg/m²hoch
Metall (Aluminium, Titanzink)40 Jahre und mehrje nach System auch flach geneigt2–7 kg/m²mittel bis gehoben

Werte gerundet nach Hersteller- und Fachregelangaben. Die genaue Regeldachneigung steht im Datenblatt des jeweiligen Ziegelmodells. Die Regeldachneigung ist die Neigung, ab der eine Deckung nach den Fachregeln des Dachdeckerhandwerks ohne Zusatzmaßnahmen regensicher ist. Liegt Ihr Dach flacher, braucht es eine aufwendigere Unterdeckung, bis hin zum wasserdichten Unterdach.

Tondachziegel

Tondachziegel werden aus Ton geformt und gebrannt. Sie sind farbecht, frostbeständig und in vielen Formen erhältlich: als Falzziegel mit seitlichen und oberen Falzen, als geschwungene Pfanne oder als Flachziegel für moderne Häuser. Engobierte oder glasierte Oberflächen bleiben länger sauber, sind aber teurer. Tondachziegel sind in der Region der Klassiker und für die meisten Satteldächer und Walmdächer die richtige Wahl.

Betondachsteine

Dachsteine bestehen aus Zement, Sand und Farbpigmenten und werden nicht gebrannt, sondern gepresst und gehärtet. Sie sind günstiger und maßhaltig, lassen sich zügig verlegen und sind ähnlich schwer wie Ziegel. Über die Jahre verwittert die Oberfläche, die Farbe wird matter und Moos setzt sich leichter fest. Für ein solides Dach zum fairen Preis sind sie eine gute Lösung.

Dachziegel oder Dachsteine – der Unterschied

Der Unterschied liegt im Material: Ziegel sind gebrannter Ton, Dachsteine sind Beton. Ziegel behalten ihre Farbe praktisch dauerhaft und halten meist länger, Dachsteine kosten weniger. Im Gewicht und in der Regeldachneigung liegen beide bei den gängigen Modellen nah beieinander. Wer langfristig denkt oder eine bestimmte Farbe sucht, nimmt eher Ziegel. Wer möglichst günstig ein dichtes Dach braucht, ist mit Dachsteinen gut bedient.

Naturschiefer und Faserzement

Schiefer ist ein Naturstein, der in einzelnen Platten genagelt wird. Er hält sehr lange, lässt sich an Rundungen und Gauben gut anpassen und ist vergleichsweise leicht. Die Verlegung ist Handarbeit und entsprechend teurer. Faserzementschiefer ist günstiger und gleichmäßiger in Farbe und Format.

Metall und Solardach

Dächer aus Aluminium oder Titanzink im Stehfalz sind sehr leicht und eignen sich auch für flach geneigte Dächer und moderne Architektur. Solardachziegel und Indach-Photovoltaik ersetzen die Deckung auf Teilflächen. Ob wir eine solche Deckung für Ihr Dach übernehmen, klären wir im Gespräch. Photovoltaik-Module auf einem Ziegeldach montieren wir selbst – mehr dazu bei der Photovoltaik-Montage.

Steildach mit neuer anthrazitfarbener Eindeckung
Steildach mit neuer anthrazitfarbener Eindeckung

Welche Deckung passt zu Ihrem Dach?

Welche Deckung passt, entscheiden fünf Punkte: Dachneigung, Tragfähigkeit des Dachstuhls, Dachform, örtliche Vorgaben und Ihr Budget. Die folgende Übersicht hilft bei der ersten Einordnung:

Ihre SituationWas wir empfehlen
Dachneigung unter 22°Flachdachziegel mit Zusatzmaßnahmen, Metall oder eine flachdachtaugliche Lösung
Normales Satteldach, 30–45°Tondachziegel oder Dachsteine, je nach Budget
Altbau, Fachwerk, AltortkernBiberschwanz oder eine zur Umgebung passende Tonpfanne
Walmdach mit vielen Kehlen oder Gaubenkleinformatige Deckung (Biberschwanz) oder Ziegel mit variabler Decklänge
Wechsel auf ein schwereres MaterialStatik prüfen, Sparren gegebenenfalls verstärken

Dachneigung

Liegt die Neigung Ihres Daches unter der Regeldachneigung des Wunschziegels, ist er nicht ausgeschlossen, braucht aber eine aufwendigere Unterdeckung. Wir messen die Neigung bei der Besichtigung und nennen Ihnen die Modelle, die ohne Mehraufwand passen.

Gewicht und Statik

Wer von Schiefer oder Metall auf Ziegel oder von Falzziegeln auf Biberschwanz wechselt, bringt deutlich mehr Gewicht aufs Dach. Schon 30 kg mehr pro Quadratmeter ergeben bei 150 m² Dachfläche rund 4,5 Tonnen zusätzlich. Ob Sparren und Pfetten das tragen, prüft bei uns die eigene Zimmerei. Wenn nötig, verstärken wir die Sparren im selben Zug.

Bebauungsplan, Gestaltungssatzung und Denkmal

Viele Bebauungspläne legen Dachfarbe, Dachform oder die Oberfläche fest, manche Gemeinden haben für Altortkerne eigene Gestaltungssatzungen. Bei Kulturdenkmälern entscheidet die Denkmalbehörde über Material und Farbe. Wir sehen uns das vor dem Angebot mit Ihnen an.

Budget über die Lebensdauer

Ein teureres Material ist nicht automatisch die teurere Entscheidung. Hält ein Tondachziegel 70 Jahre statt 50, verteilen sich die Mehrkosten auf viele Jahre. Bei einem Haus, das Sie in absehbarer Zeit verkaufen möchten, kann ein solider Dachstein dagegen die vernünftigere Wahl sein. Zur Entscheidung bringen wir Musterziegel mit, damit Sie Farbe und Form am eigenen Haus sehen.

Biberschwanz und historische Deckungen

Der Biberschwanz ist ein flacher Tonziegel mit meist halbrund oder gerade geschnittenem unteren Ende. Man sieht ihn auf vielen Altbauten und Fachwerkhäusern in den alten Ortskernen der Region. Weil Biberschwänze keine Falze haben, überdecken sie sich mehrfach. Das macht das Dach schwerer, aber sehr langlebig und optisch ruhig.

Doppeldeckung und Kronendeckung

Bei der Doppeldeckung hängt jede Ziegelreihe an einer eigenen Latte, sodass überall mindestens zwei Lagen übereinanderliegen. Bei der Kronendeckung hängen zwei Reihen an einer Latte, das ergibt ein kräftiges, ruhiges Bild. Die ältere Einfachdeckung mit Holzspließen unter den Fugen findet man heute fast nur noch an Nebengebäuden oder Denkmälern. Für Biberschwanzdeckungen gilt eine Regeldachneigung von 30°.

Handarbeit an Gauben und Kehlen

Wir verlegen Biberschwanz von Hand und arbeiten Anschlüsse an Gauben, Kehlen und Dachfenster sauber ein. Geschweifte Gauben, Rundungen und eingebundene Kehlen sind mit dem kleinen Format gut machbar und gehören zu den Stärken dieser Deckung. Am First setzen wir je nach Wunsch klassische Firstziegel oder keramische Zierfirste.

Denkmal und Altortkern

Bei denkmalgeschützten Gebäuden stimmen wir Ziegelform, Farbe und Deckart vorab mit der Denkmalbehörde ab. Möglich ist, dass alte Ziegel wiederverwendet oder Modelle mit historischer Oberfläche gewählt werden müssen. Planen Sie für diese Abstimmung etwas Vorlauf ein.

Unterdeckung, Lattung, Anschlüsse: worauf es ankommt

Was man später nicht mehr sieht, entscheidet über die Lebensdauer des Daches. Bei einer Neueindeckung achten wir vor allem auf diese Punkte:

Unterdeckbahn als zweite Ebene

Wir verlegen eine diffusionsoffene Unterdeckbahn, die Wasser ableitet, aber Feuchtigkeit aus der Konstruktion nach außen lässt. Je flacher das Dach ist und je mehr erhöhte Anforderungen zusammenkommen – lange Sparren, Kehlen, konzentrierter Wasserlauf unter Fallrohren, schneereiche oder windreiche Lage –, desto hochwertiger muss die Unterdeckung ausgeführt werden: von überlappt verlegten Bahnen bis zu verklebten oder verschweißten Nähten.

Lattung und Belüftung

Traglatten müssen nach Norm sortiert sein (mindestens Sortierklasse S 10) und in Querschnitt und Abstand zu Sparren und Ziegel passen. Die Konterlattung sorgt für einen durchgehenden Luftraum von der Traufe bis zum First. Ist er unterbrochen oder zugestopft, bleibt Feuchtigkeit im Dach.

Sturmsicherheit: Klammern gegen Windsog

Bei Sturm entsteht auf der Dachfläche Sog, der Ziegel anheben kann, besonders an Traufe, Ortgang, First und Ecken. Nach den Fachregeln des Dachdeckerhandwerks wird bei einer Neueindeckung bemessen, welche Ziegel mit Sturmklammern gesichert werden müssen. Grundlage sind die Windlastnorm DIN EN 1991-1-4, die Windzone des Standorts, Gebäudehöhe, Dachneigung und Lage der Fläche. In der Praxis werden bei den meisten Neueindeckungen mindestens die Rand- und Firstbereiche geklammert, oft die ganze Fläche.

Hagel und Brandschutz

Tondachziegel, Betondachsteine, Schiefer und Metall gelten als harte Bedachung, wie sie die Hessische Bauordnung (§ 35) gegen Flugfeuer und strahlende Wärme verlangt. Gegen Hagel sind die Materialien unterschiedlich robust. Einige Hersteller geben für ihre Ziegel eine geprüfte Hagelwiderstandsklasse an. Ist Ihnen das wichtig, berücksichtigen wir es bei der Auswahl.

Anschlüsse, Kehlen und Schneefang

Kehlen, Grate, Firste und Anschlüsse an Kamin, Wand, Gaube und Dachfenster führen wir mit passenden Formziegeln, Metall- oder Bleiverwahrungen aus. Alte Kaminverwahrungen erneuern wir in der Regel mit, statt sie an die neue Deckung anzuflicken. Über Eingängen, Gehwegen und Wintergärten empfiehlt sich ein Schneefanggitter, damit keine Dachlawine abgeht.

Diffusionsoffene Unterdeckbahn mit Konterlattung auf einem Steildach vor dem Eindecken
Diffusionsoffene Unterdeckbahn mit Konterlattung auf einem Steildach vor dem Eindecken

Ablauf: So decken wir Ihr Dach neu ein

Eine Neueindeckung folgt einem festen Ablauf. Die Tagesangaben gelten grob für ein Einfamilienhaus mit einfachem Satteldach:

  1. Besichtigung und Aufmaß: Timo Zwilling kommt persönlich, misst Dachfläche und Neigung, prüft Dachstuhl, Lattung, Anschlüsse und Rinnen und bringt auf Wunsch Musterziegel mit.
  2. Angebot: Sie erhalten ein schriftliches Angebot mit allen Positionen – Gerüst, Abdecken und Entsorgen, Unterdeckung, Lattung, Deckung, Klempnerarbeiten und Zubehör.
  3. Vorbereitung: Wir bestellen das Material, stimmen Gerüst- und Containertermin ab und klären, ob die Gemeinde informiert oder eine statische Bescheinigung eingeholt werden muss.
  4. Gerüst stellen (ca. 1 Tag): mit Fangschutz an der Traufe, damit nichts herunterfällt.
  5. Abdecken und Entsorgen (ca. 1–3 Tage): Wir nehmen die alte Deckung abschnittsweise ab. Was über Nacht offen ist, schließen wir mit Unterdeckbahn oder Plane.
  6. Dachstuhl prüfen: Unsere Zimmerei sieht sich Sparren, Fußpunkte und Pfetten an, ersetzt schadhafte Hölzer und gleicht Unebenheiten aus.
  7. Unterdeckung, Konterlattung, Lattung (ca. 1–2 Tage): Soll gedämmt werden, kommt vorher die Aufsparrendämmung auf die Sparren (zusätzlich ca. 2–5 Tage).
  8. Eindecken (ca. 2–5 Tage): Fläche, Ortgang, Grat und First, einschließlich der Sturmklammern.
  9. Anschlüsse und Klempnerarbeiten (ca. 1–2 Tage): Kamin, Wand, Gaube, Dachfenster, Dachrinnen und Fallrohre.
  10. Abnahme: Wir gehen das Dach mit Ihnen durch, räumen auf und bauen das Gerüst ab.

Wie lange dauert es, ein Dach neu einzudecken?

Ein Einfamilienhaus mit ca. 120 bis 180 m² Dachfläche decken wir ohne Dämmung meist in ein bis zwei Wochen neu ein, mit Aufsparrendämmung in zwei bis drei Wochen. Walmdächer, Gauben, Biberschwanz und Regentage verlängern die Bauzeit.

Kann ich während der Arbeiten im Haus wohnen?

Ja. Wir öffnen das Dach abschnittsweise und schließen es jeden Abend wetterdicht. In den Wohnräumen merken Sie vor allem Geräusche, im Dachboden etwas Staub.

Was Sie vorbereiten können

  • Stellfläche für Gerüst und Container freihalten, Zufahrt klären
  • Nachbarn informieren, falls das Gerüst an der Grenze steht
  • Den Dachboden räumen oder abdecken
  • Gartenmöbel und Kübelpflanzen an der Traufe wegstellen
  • Antenne oder Satellitenschüssel: Bescheid geben, ob sie wieder montiert werden soll
Eingerüstetes Wohnhaus mit neuer Lattung und bereitgestellten Ziegelpaketen
Eingerüstetes Wohnhaus mit neuer Lattung und bereitgestellten Ziegelpaketen

Neueindeckung und Dämmung: was Pflicht ist und was sich lohnt

Wer sein Dach neu eindeckt, muss in der Regel auch die Dämmung auf den gesetzlichen Mindeststandard bringen. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (früher GEG) verlangt bei Ersatz oder Neuaufbau einer Dachdeckung für Steildächer von Wohngebäuden einen U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²K) (Anlage 7, Zeile 5b). Der U-Wert gibt an, wie viel Wärme durch das Bauteil verloren geht – je kleiner, desto besser. Die Pflicht greift, sobald mehr als 10 % der Dachfläche erneuert werden (§ 36).

Wichtige Ausnahmen

  • Wurde das Dach nach dem 31. Dezember 1983 unter Einhaltung der damaligen Energiesparvorschriften errichtet oder erneuert, gilt die Anforderung für die Neueindeckung nicht.
  • Ist die Dämmdicke technisch begrenzt, etwa durch die Sparrenhöhe bei einer Dämmung zwischen den Sparren, genügt die höchstmögliche Dämmdicke mit einem ausreichend guten Dämmstoff.
  • Weitere Sonderfälle, etwa beim Denkmal, klären wir mit Ihnen und auf Wunsch mit einem Energieberater.

Warum sich Dämmen beim Neueindecken lohnt

Ist das Dach ohnehin offen, ist eine Aufsparrendämmung besonders wirtschaftlich: Gerüst, Abdecken und Entsorgung fallen nur einmal an, und die Dämmung liegt ohne Unterbrechung über den Sparren. Mit Holzfaser bleibt das Dachgeschoss auch im Sommer deutlich angenehmer. Welche Dämmart zu Ihrem Haus passt, erklären wir auf der Seite Dachdämmung.

Förderung nur mit Dämmung

Eine reine Neueindeckung wird nicht gefördert. Wird gleichzeitig förderfähig gedämmt, gibt es vom BAFA 15 % Zuschuss auf die förderfähigen Kosten, bei mindestens 300 € Investition und höchstens 30.000 € förderfähigen Kosten je Wohneinheit (mit individuellem Sanierungsfahrplan 60.000 €). Ein Energieeffizienz-Experte ist Pflicht. Er prüft auch, welche Kosten rund um die Dämmung förderfähig sind. Wichtig ist die Reihenfolge: Vertrag mit Förderklausel, dann Antrag, dann Baubeginn. Alles Weitere auf unserer Seite Förderung und Energieberatung.

Genehmigung und Vorschriften in Hessen

Eine Neueindeckung ist in Hessen bei Ein- und Zweifamilienhäusern in aller Regel baugenehmigungsfrei. Die Hessische Bauordnung stellt die Erneuerung von Dächern ohne Eingriff in die Konstruktion bei Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3 frei (Anlage zu § 63, Abschnitt II Nr. 3). Dazu gehören die meisten Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser.

Wenn Konstruktion oder Dämmung geändert werden

Wird zusätzlich in den Dachstuhl eingegriffen oder das Dach gedämmt, bleibt das Vorhaben baugenehmigungsfrei, es gelten aber zwei Bedingungen: Die Gemeinde muss vorab durch Einreichen der Bauvorlagen informiert werden (Kenntnisgabe; Baubeginn 14 Tage nach Eingang, wenn die Gemeinde kein Verfahren verlangt), und eine berechtigte Person muss die statische Unbedenklichkeit bescheinigen. Ob das auf Ihr Vorhaben zutrifft, sagen wir Ihnen bei der Besichtigung.

Was immer gilt

  • Bebauungsplan und Gestaltungssatzung: Sie können Dachfarbe, Dachform oder glänzende Oberflächen vorschreiben. Wer von Rot auf Anthrazit wechseln will, sollte vorher nachsehen oder bei der Stadt nachfragen.
  • Denkmalschutz: Bei Kulturdenkmälern braucht jede Änderung an der Dachhaut die Zustimmung der Denkmalbehörde.
  • Asbest: Faserzementplatten und -schiefer aus der Zeit vor 1993 können Asbest enthalten. Ausbau und Entsorgung dürfen nur Fachbetriebe mit Sachkunde nach TRGS 519 übernehmen. Das klären wir, bevor wir ein Angebot machen.
  • Gerüst auf fremdem Grund: Steht das Gerüst auf dem Gehweg oder dem Nachbargrundstück, braucht es eine Erlaubnis der Stadt bzw. die Zustimmung der Nachbarn.

Schiefer­verkleidung für Gaube, Giebel und Fassade

Schiefer eignet sich nicht nur fürs Dach. An Gaubenwangen, Giebeln und Fassaden schützt eine Schieferverkleidung die Wand dauerhaft vor Schlagregen und gibt dem Haus ein ruhiges, edles Bild. Wir verkleiden Gauben und Wandflächen mit Natur- oder Faserzementschiefer.

So ist eine Schieferfassade aufgebaut

Die Schiefer werden auf eine Holzschalung genagelt, die auf einer Unterkonstruktion aus Latten sitzt. Dahinter bleibt ein Luftraum, durch den Feuchtigkeit abtrocknet – eine hinterlüftete Fassade. Zwischen Wand und Schalung lässt sich Dämmung einbauen. So wird aus der Verkleidung zugleich eine energetische Verbesserung der Wand.

Giebel verkleiden

Ein verwitterter Giebel ist oft die Wetterseite des Hauses. Statt immer wieder zu streichen, lässt er sich dauerhaft mit Schiefer verkleiden. Ist der Giebel ohnehin eingerüstet, etwa bei einer Neueindeckung, führen wir die Verkleidung im selben Zug aus. Das spart ein zweites Gerüst.

Deckarten an der Wand

Die Altdeutsche Deckung mit unterschiedlich großen, geschwungenen Steinen wirkt lebendig und handwerklich. Rechteck- und Schuppendeckungen sind gleichmäßiger und schneller verlegt. Faserzementschiefer ist günstiger und einheitlich in Farbe und Format, Naturschiefer hält länger, und jeder Stein ist ein Unikat.

Was kostet eine Neueindeckung?

Eine Neueindeckung kostet je nach Material grob 90 bis 300 € pro Quadratmeter Dachfläche. Enthalten sind Abdecken und Entsorgen der alten Deckung, Unterdeckbahn, Konterlattung, Lattung und Verlegung:

EindeckungRichtwert pro m² Dachfläche
Betondachsteineca. 90–140 €/m²
Tondachziegelca. 100–180 €/m²
Biberschwanz (Doppeldeckung)ca. 140–220 €/m²
Naturschieferca. 180–300 €/m²

Grobe Richtwerte (Stand Oktober 2026), ersetzen kein Angebot.

Rechenbeispiel

Bei einem Einfamilienhaus mit 150 m² Dachfläche und Tondachziegeln ergibt das grob 15.000 bis 27.000 €, bei 100 m² etwa 10.000 bis 18.000 €. Dazu kommen das Gerüst (ca. 8–15 € pro m² Gerüstfläche) sowie je nach Haus neue Dachrinnen, Kaminverwahrung, Dachfenster und die Dämmung.

Wovon der Preis abhängt

  • Dachform: Grate, Kehlen und Gauben kosten Zeit und Formziegel. Ein Walmdach ist aufwendiger als ein Satteldach.
  • Material und Deckart: Biberschwanz und Schiefer brauchen mehr Stück pro Quadratmeter und mehr Handarbeit.
  • Zustand des Dachstuhls: Müssen Sparren ersetzt oder verstärkt werden, kommt Zimmererarbeit hinzu.
  • Zugang: Enge Grundstücke, Gerüst über Nachbargrund oder ein Kran erhöhen den Aufwand.
  • Altlasten: Asbesthaltige Platten kosten bei Ausbau und Entsorgung deutlich mehr.

Alle Positionen, Kosten nach Dachfläche und ein ausführliches Rechenbeispiel finden Sie im Ratgeber Dachsanierung und Dach neu decken: Kosten.

Typische Fehler beim Neueindecken

„Neue Ziegel auf die alte Lattung – das spart Geld.“

Alte Latten passen selten zum Lattabstand des neuen Ziegels, sind oft angegriffen und tragen keine zweite Ebene. Wer hier spart, hat ein neues Dach auf altem Unterbau. Wir erneuern Lattung und Unterdeckung grundsätzlich mit.

„Die alte Unterspannbahn ist doch noch da.“

Folien aus den 1970er- und 1980er-Jahren werden mit der Zeit spröde und reißen. Sie sind dann nur noch scheinbar dicht. Bei einer Neueindeckung gehört eine neue Unterdeckbahn dazu.

„Klammern braucht man hier nicht.“

Auch im Binnenland reißen Stürme ungesicherte Ziegel vom Dach. Welche Ziegel geklammert werden müssen, ergibt sich aus der Bemessung nach Fachregel – nicht aus dem Gefühl.

„Den Dachstuhl trägt das schon.“

Ein Wechsel auf ein schwereres Material kann mehrere Tonnen Zusatzlast bedeuten. Ohne Prüfung der Sparren ist das ein Risiko, das man erst bemerkt, wenn sich das Dach durchbiegt.

„Die Dämmung machen wir später.“

Später heißt: noch einmal Gerüst, noch einmal abdecken. Zudem verlangt das Gesetz die Dämmung in der Regel ohnehin, sobald neu eingedeckt wird.

„Das günstigste Angebot nehmen wir.“

Vergleichen Sie Positionen, nicht Endsummen: Sind Lattung, Unterdeckbahn, Klammerung, Anschlüsse, Entsorgung und Gerüst enthalten? Ein vollständiges Angebot wirkt oft teurer, ist es am Ende aber nicht.

Warum Dachtechnik Zwilling

  • Dachdecker und Zimmerei in einem Betrieb: Zeigt sich beim Abdecken ein morscher Sparren, beheben wir das selbst. Die Baustelle steht nicht still, und Sie brauchen keinen zweiten Handwerker.
  • Ein Ansprechpartner: Timo Zwilling kommt selbst zur Besichtigung, berät zu Material und Farbe und bleibt während der Arbeiten Ihr Ansprechpartner.
  • Klare Angebote: schriftlich, mit allen Positionen, damit Sie vergleichen können.
  • Dämmung und Förderung mitgedacht: Wir verbinden die Neueindeckung auf Wunsch mit Aufsparrendämmung und arbeiten für Förderanträge mit Energieberatern zusammen.
  • Kurze Wege: Wir sitzen in Mörfelden-Walldorf und sind im Kreis Groß-Gerau und Richtung Darmstadt schnell vor Ort.

Ralf Hartmann über sein Dach: „Der zum Teil neue Dachstuhl, die schönen vorgeschlagenen Ziegel sowie die empfohlene Aufsparrendämmung aus Holzfasern verbessern unseren Wohnkomfort im Winter wie im Sommer.“ Und Deniz E. schreibt: „Sorgfältige Arbeit trotz teilweise widriger Wetterbedingungen.“

Walmdach mit neuer Ziegeldeckung und Gratziegeln aus der Vogelperspektive
Walmdach mit neuer Ziegeldeckung und Gratziegeln aus der Vogelperspektive

Dach neu eindecken in Mörfelden-Walldorf und Umgebung

Wir decken Dächer in Mörfelden-Walldorf und im ganzen Umkreis neu ein: im Kreis Groß-Gerau in Groß-Gerau, Büttelborn, Nauheim, Trebur, Riedstadt, Rüsselsheim, Raunheim und Kelsterbach, Richtung Süden in Weiterstadt, Erzhausen, Griesheim und Darmstadt sowie östlich in Langen, Egelsbach und Dreieich. Alle Orte finden Sie in unserem Einsatzgebiet, Beispiele unserer Arbeit unter Referenzen.

So kommen Sie am schnellsten zur Einschätzung: Schicken Sie uns per WhatsApp zwei, drei Fotos vom Dach (von der Straße aus genügt), ein Foto aus dem Dachboden und das ungefähre Baujahr. Wir melden uns mit einer ersten Einschätzung und vereinbaren einen Termin. Telefonisch erreichen Sie uns Montag bis Freitag von 7 bis 17 Uhr unter 0157 850 776 62.

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026 · Fachlich verantwortlich: Timo Zwilling, Inhaber Dachtechnik Zwilling

Häufige Fragen

Fragen zu Dacheindeckung

Ihre Frage ist nicht dabei? Rufen Sie an – wir beraten Sie gern persönlich.

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Mo–Fr, 07:00–17:00 Uhr

Welche Dacheindeckung ist die beste?

Die eine beste Deckung gibt es nicht. Tondachziegel sind für die meisten Steildächer der beste Kompromiss aus Lebensdauer, Optik und Preis. Biberschwanz passt zu Altbau und Fachwerk, Betondachsteine zum knappen Budget. Schiefer hält am längsten, kostet aber am meisten. Entscheidend sind Dachneigung, Statik und örtliche Vorgaben.

Was ist der Unterschied zwischen Dachziegeln und Dachsteinen?

Dachziegel bestehen aus gebranntem Ton, Dachsteine aus Beton. Ziegel behalten ihre Farbe praktisch dauerhaft und halten meist länger, Dachsteine sind günstiger, verwittern an der Oberfläche aber stärker und vermoosen leichter. Gewicht und Regeldachneigung liegen bei gängigen Modellen nah beieinander, meist um 40 bis 50 kg pro Quadratmeter und ab 22 Grad.

Wie lange hält eine neue Dacheindeckung?

Tondachziegel und Biberschwanz halten bei fachgerechter Verlegung meist 60 bis 80 Jahre und mehr, Betondachsteine etwa 40 bis 60 Jahre, Naturschiefer oft noch länger. Die Unterdeckbahn, die Anschlüsse und die Dachrinnen altern schneller. Ein regelmäßiger Dachcheck sorgt dafür, dass kleine Schäden die Lebensdauer nicht verkürzen.

Welche Dachneigung braucht welche Deckung?

Biberschwanzdeckungen brauchen nach Fachregel mindestens 30 Grad, viele Falzziegel und Betondachsteine 22 Grad, manche Pfannen 35 Grad oder mehr. Schiefer in Altdeutscher Deckung liegt bei 25 Grad. Bei flacheren Dächern ist das Material nicht ausgeschlossen, braucht aber eine aufwendigere, besonders dichte Unterdeckung. Den genauen Wert nennt das Datenblatt des Ziegelmodells.

Muss ich beim Neueindecken auch dämmen?

In der Regel ja. Wird mehr als 10 Prozent der Dachfläche neu eingedeckt, verlangt das Gebäudemodernisierungsgesetz für das Steildach einen U-Wert von höchstens 0,24. Ausgenommen sind Dächer, die nach 1983 nach den damaligen Vorschriften errichtet oder erneuert wurden. Bei begrenzter Sparrenhöhe genügt die höchstmögliche Dämmdicke.

Brauche ich für eine neue Dacheindeckung eine Genehmigung?

Bei Ein- und Zweifamilienhäusern in Hessen meist nicht. Die Erneuerung eines Daches ohne Eingriff in die Konstruktion ist baugenehmigungsfrei. Wird der Dachstuhl geändert oder gedämmt, muss die Gemeinde vorab informiert und die Statik bescheinigt werden. Vorgaben aus Bebauungsplan, Gestaltungssatzung und Denkmalschutz gelten immer, etwa zur Dachfarbe.

Kann ich die alten Ziegel weiterverwenden?

Nur wenn sie noch einwandfrei sind, etwa hochwertige Tonziegel oder alte Biberschwänze am Denkmal. Dann decken wir um: Ziegel abnehmen, Unterdeckung und Lattung erneuern, Ziegel wieder auflegen. Sind die Ziegel porös oder gibt es keinen Ersatz für Bruch, ist eine neue Deckung wirtschaftlicher, weil die Arbeitskosten fast gleich bleiben.

Trägt mein Dachstuhl schwerere Ziegel?

Das muss im Einzelfall geprüft werden. Wer etwa von Falzziegeln auf Biberschwanz wechselt, bringt pro Quadratmeter 20 bis 40 Kilogramm mehr aufs Dach, bei 150 Quadratmetern also mehrere Tonnen. Unsere Zimmerei prüft Sparren und Pfetten bei der Besichtigung und verstärkt sie bei Bedarf im selben Zug.

Was kostet es, ein Dach mit 150 Quadratmetern neu einzudecken?

Mit Tondachziegeln grob 15.000 bis 27.000 Euro, mit Betondachsteinen etwa 13.500 bis 21.000 Euro, jeweils inklusive Abdecken, Entsorgung, Unterdeckung und Lattung. Dazu kommen Gerüst, gegebenenfalls Dachrinnen, Kaminverwahrung und Dämmung. Den genauen Preis nennen wir nach der Besichtigung schriftlich mit allen Positionen.

Wie lange dauert das Neueindecken eines Einfamilienhauses?

Ohne Dämmung meist ein bis zwei Wochen, mit Aufsparrendämmung zwei bis drei Wochen. Davon entfallen etwa ein bis drei Tage auf das Abdecken und zwei bis fünf Tage auf das eigentliche Eindecken. Walmdächer, Gauben, Biberschwanz und Regentage verlängern die Bauzeit.

Wird eine neue Dacheindeckung gefördert?

Die reine Neueindeckung nicht. Gefördert wird die Dämmung: Wird gleichzeitig förderfähig gedämmt, gibt es vom BAFA 15 Prozent Zuschuss auf bis zu 30.000 Euro förderfähige Kosten, mit Sanierungsfahrplan bis 60.000 Euro. Ein Energieeffizienz-Experte ist Pflicht, und der Antrag muss vor Baubeginn gestellt sein.

Kann ich während der Neueindeckung im Haus wohnen?

Ja. Wir öffnen das Dach abschnittsweise und schließen es jeden Abend wetterdicht mit Unterdeckbahn oder Plane. In den Wohnräumen hören Sie die Arbeiten, Staub entsteht vor allem im Dachboden. Wir empfehlen, den Dachboden vorher zu räumen oder abzudecken.

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