Steildach mit neuer Unterdeckbahn über der Aufsparrendämmung
Dämmung & Energie

Auf­sparren­dämmung – das Dach von außen dämmen

Die Dämmung liegt als geschlossene Schicht über den Sparren: kaum Wärmebrücken, kein Eingriff in die Wohnräume. Am wirtschaftlichsten zusammen mit der Neueindeckung.

Wird das Dach ohnehin neu eingedeckt, ist die Aufsparrendämmung in den meisten Fällen die beste Art, das Dach von außen zu dämmen. Die Dämmplatten liegen als geschlossene Haut über dem Dachstuhl, und Ihr Dachgeschoss bleibt während der Arbeiten bewohnbar. Hier erfahren Sie, wie der Aufbau aussieht, wie dick die Dämmung sein muss, wie viel höher das Dach wird und womit Sie preislich rechnen können.

Die Aufsparrendämmung, auch Aufdachdämmung genannt, ist unser Kerngeschäft als Dachdecker und Zimmerei: Wir decken ab, prüfen und reparieren den Dachstuhl, dämmen und decken neu ein – alles aus einer Hand. Ist Ihre Eindeckung noch gut und soll bleiben, ist meist die Zwischensparrendämmung von innen die wirtschaftlichere Wahl. Einen Überblick über alle Verfahren gibt die Seite Dachdämmung.

Material
Holzfaser, PIR/PUR, Mineralwolle
Ideal mit
Neueindeckung oder Dachsanierung
Dauer
ca. 2–4 Wochen mit Eindeckung
Das Wichtigste in Kürze
  • Bei der Aufsparrendämmung liegt die Dämmung über den Sparren. Die Eindeckung muss dafür herunter, die Innenräume bleiben unberührt.
  • Für den gesetzlichen Höchstwert U 0,24 W/(m²·K) braucht es ca. 9–10 cm Hartschaum oder ca. 16–18 cm Holzfaser. Das Dach wird dadurch meist ca. 20–28 cm höher.
  • Wer die Dachdeckung samt Lattung erneuert, muss nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (früher GEG) dämmen – die Neueindeckung ist also oft der Anlass.
  • Richtwert: ca. 200–350 €/m² inklusive neuer Eindeckung, Gerüst und Entsorgung; für 120 m² ca. 24.000–42.000 €. Details im Ratgeber Dachdämmung: Kosten.
  • Gefördert wird nicht nur die Dämmung: Neue Eindeckung, Lattung, Dachrinnen und sogar die Gaube zählen mit, wenn sie Teil der Dämmmaßnahme sind.

Was ist eine Auf­sparren­dämmung?

Eine Aufsparrendämmung ist eine Dämmschicht, die von außen auf die Sparren des Dachstuhls gelegt wird – unter der Eindeckung und über dem Holz. Weil sie durchgehend verlegt wird, entstehen kaum Fugen und keine Unterbrechungen durch die Sparren. Die Begriffe Aufdachdämmung und Aufsparrendämmung meinen dasselbe.

Eine „Aufsparrendämmung von innen“ gibt es nicht. Wer von innen dämmt, dämmt zwischen oder unter den Sparren. Umgekehrt lässt sich die Zwischensparrendämmung bei einem offenen Dach auch von außen einbauen und mit einer dünneren Aufsparrendämmung kombinieren. Dazu weiter unten mehr.

Wann die Auf­sparren­dämmung die richtige Wahl ist

  • Das Dach muss ohnehin neu eingedeckt werden, weil Ziegel, Lattung oder Unterdeckung verbraucht sind.
  • Das Dachgeschoss ist ausgebaut, und die Innenverkleidung soll bleiben.
  • Die Sparren sind zu niedrig für eine ausreichende Zwischensparrendämmung.
  • Sie möchten sichtbare Sparren im Raum oder sehr gute Dämmwerte ohne Verlust an Raumhöhe.
  • Am Dachstuhl sind ohnehin Reparaturen fällig, die von außen leichter gehen.

Ist die Eindeckung dagegen erst 15 oder 20 Jahre alt und in gutem Zustand, wäre es unwirtschaftlich, sie nur für die Dämmung abzunehmen.

Aufbau einer Auf­sparren­dämmung von innen nach außen

Der Aufbau einer Aufsparrendämmung besteht aus sieben Schichten. Jede hat eine eigene Aufgabe, und erst zusammen ergeben sie ein dichtes, trockenes Dach.

  1. Sparren und Innenseite: Der Dachstuhl trägt alles. Innen bleibt die vorhandene Verkleidung, oder die Sparren bleiben sichtbar.
  2. Schalung: Bei sichtbaren Sparren oder offenem Dachraum eine Holzschalung als Unterlage. Bei bestehender Innenverkleidung entfällt sie oft.
  3. Luftdichtheitsschicht: Eine luftdichte Bahn, die gleichzeitig als Dampfbremse wirkt. Sie wird an allen Stößen, an Giebel, Traufe, Kamin und Dachfenstern verklebt.
  4. Dämmplatten: Holzfaser, Hartschaum oder druckfeste Mineralwolle, dicht gestoßen, bei Holzfaser meist mit Nut und Feder.
  5. Unterdeckung: Eine wasserableitende, diffusionsoffene Schicht. Viele Holzfaserplatten haben sie schon als imprägnierte Deckschicht, sonst kommt eine Unterdeckbahn darauf.
  6. Konterlattung: Latten in Richtung der Sparren. Sie schaffen die Lüftungsebene unter der Deckung und werden mit langen Spezialschrauben durch die Dämmung in den Sparren befestigt.
  7. Lattung und Eindeckung: Die Traglattung quer zu den Sparren, darauf Ziegel, Dachsteine oder Schiefer.

Damit die Konstruktion trocken bleibt, gilt die Regel: innen dichter als außen. Die luftdichte Bahn bremst den Wasserdampf, die Unterdeckung lässt ihn nach außen entweichen. Welche Bahn wir wählen, hängt davon ab, ob die Sparrenfelder leer bleiben oder ebenfalls gedämmt werden.

Holzfaserplatten auf den Sparren, darüber die Konterlattung aus Holz
Holzfaserplatten auf den Sparren, darüber die Konterlattung aus Holz

So dämmen wir Ihr Dach von außen: Ablauf Schritt für Schritt

  1. Gerüst und Sicherung: Wir stellen das Gerüst mit Fangschutz und decken empfindliche Bereiche am Haus ab.
  2. Abdecken und Entsorgen: Ziegel, Lattung und alte Unterspannbahn kommen herunter und werden getrennt entsorgt. Wir öffnen abschnittsweise, damit das Dach jeden Abend regensicher geschlossen ist.
  3. Dachstuhl prüfen: Jetzt liegt das Holz frei. Unsere Zimmerei tauscht schadhafte Sparren aus, richtet durchhängende Bereiche und verstärkt bei Bedarf. Das geht nur in diesem Moment so einfach.
  4. Schalung und Luftdichtung: Je nach Aufbau setzen wir eine Schalung und verlegen die luftdichte Bahn. Anschlüsse an Giebel, Kamin und Dachfenster werden sorgfältig verklebt.
  5. Dämmplatten verlegen: Die Platten werden im Verband verlegt, ohne Kreuzfugen. Bei Bedarf füllen wir vorher die Sparrenfelder.
  6. Unterdeckung schließen: Stöße und Durchdringungen werden regensicher verklebt. Ab hier ist das Dach vor Regen geschützt.
  7. Konterlattung und Lattung: Die Konterlatten werden mit Langschrauben durch die Dämmung in die Sparren geschraubt. Abstand und Anzahl der Schrauben richten sich nach Dachneigung, Dachlast und Herstellervorgabe.
  8. Neue Eindeckung: Ziegel oder Dachsteine werden verlegt, First und Grat gesetzt.
  9. Anschlüsse und Spenglerarbeiten: Traufe, Ortgang, Kamin, Dachfenster und Gauben werden an die neue Höhe angepasst, Dachrinnen und Bleche neu gesetzt.
  10. Abnahme: Wir gehen das Dach mit Ihnen durch, räumen auf und stellen auf Wunsch die Unterlagen für die Förderung aus.

Wie lange dauert eine Auf­sparren­dämmung?

Für ein Einfamilienhaus mit einfachem Satteldach rechnen wir mit ca. 2–4 Wochen einschließlich Neueindeckung. Gauben, Walmdach, viele Dachfenster und das Wetter verlängern die Bauzeit. Sie können während der gesamten Zeit im Haus wohnen, innen wird nicht gearbeitet.

Dachfläche und Gaube mit verlegter Holzfaser-Aufsparrendämmung vor der neuen Eindeckung
Dachfläche und Gaube mit verlegter Holzfaser-Aufsparrendämmung vor der neuen Eindeckung

Holzfaser, Hartschaum oder Mineralwolle?

Für die Aufsparrendämmung eignen sich drei Dämmstoffgruppen. Hartschaum ist am dünnsten, Holzfaser schützt am besten vor Sommerhitze, Mineralwolle ist nicht brennbar. Die Platten müssen in jedem Fall druckfest sein, weil Lattung und Eindeckung auf ihnen liegen.

HolzfaserPIR/PUR-HartschaumMineralwolle (druckfest)
Wärmeleitfähigkeit (typisch)ca. 0,040–0,046ca. 0,022–0,028ca. 0,035–0,040
Dicke für U ≈ 0,24ca. 16–18 cmca. 9–10 cmca. 14–16 cm
Hitzeschutz im Sommersehr gutgeringgering
Feuchteverhaltendiffusionsoffen, puffert Feuchtedampfbremsenddiffusionsoffen
Brandverhaltennormal entflammbarje nach Produktnicht brennbar
Aufbauhöheam höchstenam niedrigstenmittel
Preisniveau Materialmittel bis höhermittel bis höhermittel

Wärmeleitfähigkeit in W/(m·K); Dicken als Faustwerte aus unserer überschlägigen Rechnung. Maßgeblich sind die Werte des eingesetzten Produkts.

Unsere Empfehlung: Holzfaser

Für bewohnte Dachgeschosse empfehlen wir meist eine Holzfaserdämmung. Sie dämmt im Winter gut und speichert im Sommer viel Wärme. Die Hitze des Tages kommt deshalb stark verzögert und abgeschwächt im Raum an. Holzfaserplatten sind diffusionsoffen, viele haben die regensichere Unterdeckschicht schon integriert, und sie bestehen aus Restholz. Herr Hartmann, dessen Dach wir so gedämmt haben, schreibt: „Der zum Teil neue Dachstuhl, die schönen vorgeschlagenen Ziegel sowie die empfohlene Aufsparrendämmung aus Holzfasern verbessern unseren Wohnkomfort im Winter wie im Sommer.“

Wann Hartschaum besser passt

PIR-Platten erreichen die gleiche Dämmwirkung mit fast der halben Dicke. Das ist ein Vorteil, wenn die Aufbauhöhe knapp ist – etwa am Anschluss zum Nachbarhaus oder wenn Traufe und Dachrinne möglichst bleiben sollen. Beim Hitzeschutz im Sommer ist Hartschaum deutlich schwächer.

Aufsparrendämmung aus PIR-Hartschaumplatten mit Konter- und Traglattung, daneben die neuen Dachziegel
Aufsparrendämmung aus PIR-Hartschaumplatten mit Konter- und Traglattung, daneben die neuen Dachziegel

Wie dick muss die Auf­sparren­dämmung sein – und wie viel höher wird das Dach?

Für den gesetzlichen Höchstwert von U 0,24 W/(m²·K) reichen ca. 9–10 cm Hartschaum oder ca. 16–18 cm Holzfaser. Für eine Förderung ist ein deutlich besserer Wert nötig. Wie dick die Dämmung dann sein muss, legt der Energieeffizienz-Experte für Ihr Haus fest. Das Dach wird um die Dämmstärke plus Konterlattung höher, je nach Aufbau also meist ca. 20–28 cm.

Was die neue Höhe am Haus verändert

Dieser Punkt wird oft unterschätzt. Als Zimmerei planen wir ihn von Anfang an mit:

  • Traufe und Dachrinne: Die Dachfläche endet weiter außen und höher. Traufbrett, Rinnenhalter und gegebenenfalls der Dachüberstand werden angepasst.
  • Ortgang und Giebel: Am seitlichen Dachrand entsteht eine sichtbare Stufe. Wir verkleiden sie mit Ortgangbrett, Ortgangziegeln oder Blech.
  • Nachbarhaus: Bei Doppel- und Reihenhäusern liegt das gedämmte Dach höher als das Nachbardach. Den Übergang schließen wir mit einem Blech- oder Brettanschluss. An der Grenze gelten Brandschutzvorgaben, deshalb setzen wir dort je nach Situation nicht brennbare Dämmstoffe ein.
  • Kamin: Der Schornstein muss ausreichend über das Dach hinausragen. Wird das Dach höher, kann eine Verlängerung nötig sein. Das stimmen wir mit dem Schornsteinfeger ab.
  • Dachfenster: Vorhandene Fenster sitzen nach der Dämmung zu tief. Sie werden höher gesetzt oder getauscht und bekommen passende Eindeck- und Dämmrahmen.
  • Gauben, Antennen, Solarhalter: Alle Anschlüsse und Durchdringungen werden an die neue Ebene angepasst.

Vorteile und Nachteile der Auf­sparren­dämmung

Die Aufsparrendämmung ist technisch die beste Art, ein Steildach zu dämmen. Wirtschaftlich lohnt sie sich vor allem, wenn ohnehin neu eingedeckt wird.

VorteileNachteile
Durchgehende Dämmschicht, Wärmebrücken über die Sparren stark reduziertEindeckung muss komplett herunter
Keine Arbeiten in den Wohnräumen, Dachgeschoss bleibt bewohnbarHöhere Kosten als Dämmung von innen, wenn nicht ohnehin neu eingedeckt wird
Kein Verlust an Raumhöhe, Sparren können sichtbar bleibenDach wird höher, Anschlüsse an Traufe, Ortgang und Nachbarhaus ändern sich
Dachstuhl liegt im warmen, trockenen BereichBei Bebauungsplan, Denkmalschutz oder Grenzbebauung vorab klären
Mit Holzfaser sehr guter Hitzeschutz im SommerGerüst nötig, Arbeiten wetterabhängig

Ganz ohne Wärmebrücken kommt auch die Aufsparrendämmung nicht aus. Schrauben, Traufe und Anschlüsse sind kleine Schwachstellen, die wir durch eine saubere Planung gering halten.

Auf­sparren­dämmung, Zwischen­sparren­dämmung oder beides?

Ist die Eindeckung noch gut, ist die Zwischensparrendämmung günstiger. Wird neu eingedeckt, ist die Aufsparrendämmung die bessere Wahl. Und oft ist die Kombination aus beiden die klügste Lösung.

AufsparrendämmungZwischensparrendämmungKombination
Arbeiten vonaußeninnenaußen
Eindeckungwird erneuertbleibtwird erneuert
Wärmebrücken über Sparrenstark reduziertvorhandenstark reduziert
Aufbauhöhe außengroßkeinegeringer als bei reiner Aufsparrendämmung
Erreichbare Dämmwertesehr gutbegrenzt durch Sparrenhöhesehr gut
Kostenniveauhochniedrig bis mittelhoch

Die Kombination: Sparrenfelder füllen und dünner aufdämmen

Ist das Dach ohnehin offen, füllen wir zuerst die Fächer zwischen den Sparren von außen mit Dämmung. Darüber kommt eine dünnere Aufsparrendämmung. So nutzen Sie die vorhandene Sparrenhöhe, erreichen sehr gute Werte und halten die Aufbauhöhe gering. Bleibt innen die alte Verkleidung, führen wir die luftdichte Bahn von außen in Schlaufen über die Sparren und durch die Felder. Fachleute nennen das Sub-and-Top-Verfahren. Die Bahn sollte feuchtevariabel sein, damit die Konstruktion in beide Richtungen austrocknen kann.

Pflicht, Genehmigung und Sonderfälle

Wer die Dachdeckung samt Lattung erneuert, muss das Dach dämmen. Nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (früher Gebäudeenergiegesetz) gilt dann für die Dachfläche ein U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²·K) (Anlage 7 Nr. 5b). Genau das ist der Anlass, bei dem die Aufsparrendämmung ins Spiel kommt.

Wann die Pflicht nicht greift

  • Kleine Teilflächen: Betrifft die Erneuerung höchstens 10 % der Dachfläche, gilt die Anforderung nicht (§ 36).
  • Jüngere Dächer: Wurde das Dach nach dem 31.12.1983 unter Einhaltung der damaligen Energiesparvorschriften gebaut oder erneuert, entfällt die Pflicht bei der Neueindeckung.
  • Begrenzte Dicke: Lässt die Konstruktion nur eine bestimmte Dicke zu, genügt die höchstmögliche Dicke mit einem Dämmstoff der Wärmeleitfähigkeit 0,035 (eingeblasen oder nachwachsend: 0,045).

Brauche ich eine Baugenehmigung?

In Hessen nicht. Dächer bestehender Gebäude einschließlich Konstruktion und Dämmung sind nach der Hessischen Bauordnung baugenehmigungsfrei. Je nach Vorhaben verlangt sie aber eine Kenntnisgabe an die Gemeinde – Baubeginn dann frühestens 14 Tage nach Eingang – und eine Bescheinigung über die statische Unbedenklichkeit. Der Bebauungsplan gilt immer, etwa mit Vorgaben zu First- oder Traufhöhe.

Reihenhaus und Doppelhaus

Hier ist die Aufsparrendämmung möglich, braucht aber Abstimmung: Der Übergang zum Nachbardach, der Brandschutz an der gemeinsamen Wand und die Optik der Dachfläche sollten mit den Nachbarn besprochen werden. Gut ist es, wenn beide Hälften gleichzeitig saniert werden.

Denkmalschutz

Bei einem Baudenkmal entscheidet die Denkmalbehörde, ob und wie das Dach höher werden darf. Oft wird eine dünnere Aufsparrendämmung mit Zwischensparrendämmung kombiniert, um Traufe und Ortgang möglichst unverändert zu lassen. Wir stimmen die Details mit Ihnen und der Behörde ab.

Was kostet eine Auf­sparren­dämmung?

Eine Aufsparrendämmung mit neuer Eindeckung, Gerüst und Entsorgung kostet ca. 200–350 €/m². Das Dämmpaket allein – Luftdichtung, Dämmplatten, Unterdeckung und Konterlattung – liegt bei ca. 100–200 €/m².

LeistungRichtwert pro m²Beispiel 120 m² Dachfläche
Dämmpaket ohne Eindeckungca. 100–200 €ca. 12.000–24.000 €
Komplett mit neuer Eindeckung, Gerüst und Entsorgungca. 200–350 €ca. 24.000–42.000 €
Zusätzliche Dämmung der Sparrenfelderzusätzlich ca. 30–60 €zusätzlich ca. 3.600–7.200 €

Grobe Richtwerte (Stand Oktober 2026), ersetzen kein Angebot. Den größten Einfluss haben Dämmstoff und Dicke, Dachform mit Gauben, Kehlen und Graten, die gewählte Eindeckung, Reparaturen am Dachstuhl sowie die Zahl der Dachfenster und Anschlüsse.

Warum die Kombination mit der Neueindeckung wirtschaftlich ist

Muss das Dach ohnehin neu gedeckt werden, fallen Gerüst, Abdecken, Entsorgung, Lattung und neue Ziegel sowieso an. Fachleute sprechen von Sowieso-Kosten. Die Dämmung selbst ist dann nur ein Teil der Rechnung. Deshalb rechnet sich die Aufsparrendämmung vor allem in dieser Situation. Eine intakte Eindeckung nur für die Dämmung abzunehmen, lohnt sich dagegen selten. Vollständige Rechenbeispiele finden Sie im Ratgeber Dachdämmung: Kosten im Vergleich.

Förderung: Auch die neue Eindeckung zählt

Die Aufsparrendämmung wird über die Bundesförderung als Einzelmaßnahme mit 15 % bezuschusst oder alternativ über den Steuerbonus. Der wichtigste Punkt für Sie: Gefördert wird nicht nur der Dämmstoff. Laut Infoblatt der Förderbank zählen auch Abbruch und Entsorgung der alten Deckung, die neue Lattung und Unterdeckung, die Neueindeckung, Dachrinnen und Fallrohre, die Einfassung des Schornsteinkopfs sowie Reparaturen am Dachstuhl dazu, wenn sie für die Dämmung nötig sind. Auch eine Gaube kann im Rahmen der Dachdämmung gedämmt, erneuert oder neu gebaut und mitgefördert werden.

Rechenbeispiel

Angenommen, die förderfähigen Kosten einer Aufsparrendämmung mit Neueindeckung liegen bei 36.000 €:

  • Zuschuss ohne Sanierungsfahrplan: 15 % auf höchstens 30.000 € = 4.500 €
  • Zuschuss mit Sanierungsfahrplan (iSFP): 15 % auf 36.000 € = 5.400 €, dazu 5 % Bonus auf die 6.000 € über der Schwelle von 30.000 € = 300 €, zusammen 5.700 €
  • Steuerbonus statt Zuschuss: 20 % von 36.000 € = 7.200 €, verteilt auf drei Jahre (2.520 €, 2.520 €, 2.160 €)

Für den Zuschuss ist ein Energieeffizienz-Experte Pflicht, und der Antrag muss vor Beginn der Arbeiten gestellt sein. Der Steuerbonus gilt nur für selbst genutztes Wohneigentum, das älter als zehn Jahre ist. Er wird nach Abschluss mit der Steuererklärung geltend gemacht, und Sie brauchen dafür unsere Bescheinigung nach amtlichem Muster. Beides zusammen für dieselbe Maßnahme geht nicht. Was sich in Ihrem Fall mehr lohnt, besprechen wir auf der Seite Förderung und Energieberatung und gemeinsam mit unseren Energieberatern.

Auf­sparren­dämmung mit Dachfenster, Gaube und Photovoltaik

Die Aufsparrendämmung ist der ideale Moment für weitere Arbeiten am Dach, weil Gerüst und offenes Dach schon da sind.

Dachfenster

Nach der Dämmung liegt die Dachfläche höher, alte Fenster sitzen dann zu tief. Wir tauschen sie deshalb meist gleich aus oder setzen neue ein. Moderne Fenster haben passende Dämm- und Eindeckrahmen für dicke Aufbauten. Die luftdichte Bahn schließen wir direkt an den Fensterrahmen an. Mehr dazu bei Dachfenster austauschen und Dachfenster einbauen.

Gaube

Bestehende Gauben dämmen wir in einem Zug mit. Soll eine neue Gaube entstehen, bauen wir sie vor der Dämmung auf. Das übernimmt unsere eigene Zimmerei.

Photovoltaik

Die Halter einer Solaranlage müssen durch die Dämmschicht hindurch im Sparren befestigt werden. Dafür gibt es spezielle Dachhaken und Befestigungen für Aufsparrendämmungen. Wir planen Lage und Befestigung der Halter vorab und montieren auf Wunsch auch die Unterkonstruktion und die Module. Den elektrischen Anschluss übernimmt ein Elektrofachbetrieb. Mehr bei Photovoltaik-Montage.

Dachfenster mit neuem Eindeckrahmen in einer roten Ziegeldeckung
Dachfenster mit neuem Eindeckrahmen in einer roten Ziegeldeckung

Typische Fehler bei der Auf­sparren­dämmung

  • Luftdichtung nicht angeschlossen: Die Bahn muss an Giebelwand, Traufe, Kamin und Fenstern lückenlos verklebt sein. Sonst strömt feuchte Raumluft in die Dämmung.
  • Falsche Bahn bei gefüllten Sparrenfeldern: Werden die Felder zusätzlich gedämmt, muss die innere Bahn zum Gesamtaufbau passen. Sonst kann Feuchte in der Konstruktion eingeschlossen werden.
  • Zu wenige oder falsche Schrauben: Die Konterlatten halten die ganze Eindeckung. Schraubentyp, Länge und Abstand müssen zum Aufbau und zur Schneelast passen.
  • Fugen in der Dämmung: Offene Stöße oder durchgehende Kreuzfugen sind Wärmebrücken. Platten werden dicht und im Verband verlegt.
  • Anschlüsse nicht mitgedacht: Traufe, Ortgang, Kamin und Nachbardach werden erst auf der Baustelle bemerkt. Wir planen sie vor dem ersten Schnitt.
  • Offenes Dach über Nacht: Regen auf freiliegenden Dämmplatten schadet. Wir arbeiten in Abschnitten und schließen jeden Abend regensicher.

Warum Dachtechnik Zwilling

  • Dachdecker und Zimmerei in einem Betrieb: Abdecken, Dachstuhl reparieren, dämmen, neu eindecken – ohne Schnittstelle zwischen zwei Firmen.
  • Holzfaser aus eigener Praxis: Die ökologische Aufsparrendämmung gehört zu unseren Schwerpunkten.
  • Dachfenster aus derselben Hand: Fenster, Eindeckrahmen und Luftdichtung kommen von uns.
  • Ein Ansprechpartner: Timo Zwilling besichtigt selbst und ist während der ganzen Bauzeit erreichbar.
  • Klare Angebote: schriftlich, mit allen Positionen von Gerüst bis Dachrinne.

Auf­sparren­dämmung in Mörfelden-Walldorf und Umgebung

Wir dämmen Dächer von außen in Mörfelden-Walldorf und im ganzen Umkreis: im Kreis Groß-Gerau in Groß-Gerau, Büttelborn, Nauheim, Trebur, Riedstadt, Rüsselsheim, Raunheim und Kelsterbach, außerdem in Weiterstadt, Erzhausen, Griesheim, Darmstadt, Langen, Egelsbach und Dreieich. Alle Orte finden Sie im Einsatzgebiet.

So kommen Sie am schnellsten zur Einschätzung: Schicken Sie uns per WhatsApp ein Foto vom Dach von außen, eines von der Traufe und, wenn vorhanden, eines vom Dachboden. Wir melden uns mit einer ersten Einschätzung und vereinbaren einen Termin. Steht eine komplette Erneuerung an, lesen Sie auch unsere Seite zur Dachsanierung.

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026 · Fachlich verantwortlich: Timo Zwilling, Inhaber Dachtechnik Zwilling

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Fragen zu Auf­sparren­dämmung

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Was ist eine Aufsparrendämmung?

Eine Aufsparrendämmung ist eine durchgehende Dämmschicht, die von außen auf die Sparren gelegt wird, unter der Eindeckung. Weil die Sparren nicht unterbrechen, gibt es kaum Wärmebrücken. Die Wohnräume bleiben unberührt. Aufdachdämmung ist ein anderes Wort für dasselbe Verfahren. Es eignet sich besonders, wenn das Dach ohnehin neu eingedeckt wird.

Wie dick muss eine Aufsparrendämmung sein?

Für den gesetzlichen Höchstwert von U 0,24 reichen etwa 9 bis 10 cm Hartschaum oder 16 bis 18 cm Holzfaser. Für eine Förderung muss die Dämmung deutlich besser sein. Die genaue Dicke legt dann der Energieeffizienz-Experte fest. Oft kombinieren wir eine Dämmung der Sparrenfelder mit einer dünneren Lage auf den Sparren.

Wie viel höher wird das Dach durch die Aufsparrendämmung?

Das Dach wird um die Dämmstärke plus Konterlattung höher, meist um etwa 20 bis 28 Zentimeter. Traufe, Ortgang, Dachrinne, Kamin und Dachfenster passen wir an die neue Höhe an. Bei Doppel- und Reihenhäusern schließen wir den Übergang zum Nachbardach mit einem Blech- oder Brettanschluss.

Muss für die Aufsparrendämmung das ganze Dach abgedeckt werden?

Ja. Eindeckung, Lattung und alte Unterspannbahn kommen herunter, damit die Dämmung direkt auf den Sparren liegt. Wir arbeiten in Abschnitten und schließen das Dach jeden Abend regensicher. Alte Ziegel wiederzuverwenden ist möglich, lohnt sich aber selten, weil viele beim Abdecken brechen und die Lattung neu eingeteilt wird.

Ist die Aufsparrendämmung besser als die Zwischensparrendämmung?

Technisch ja, weil die Sparren keine Wärmebrücke mehr bilden und keine Raumhöhe verloren geht. Wirtschaftlich lohnt sie sich aber vor allem, wenn ohnehin neu eingedeckt wird. Ist die Eindeckung noch gut, ist die Zwischensparrendämmung günstiger. Bei offenem Dach kombinieren wir oft beide Verfahren.

Was kostet eine Aufsparrendämmung pro m²?

Mit neuer Eindeckung, Gerüst und Entsorgung rechnen wir mit ca. 200 bis 350 Euro pro Quadratmeter, für 120 Quadratmeter also mit ca. 24.000 bis 42.000 Euro. Das Dämmpaket allein liegt bei ca. 100 bis 200 Euro pro Quadratmeter. Dämmstoff, Dachform, Eindeckung und Reparaturen am Dachstuhl bestimmen den genauen Preis.

Wird die neue Eindeckung mitgefördert?

Ja, wenn sie Teil der energetischen Dachdämmung ist. Neben der Dämmung zählen auch Abbruch und Entsorgung, neue Lattung, Unterdeckung, Eindeckung, Dachrinnen und nötige Reparaturen am Dachstuhl zu den förderfähigen Kosten. Voraussetzung sind die technischen Mindestanforderungen und ein Energieeffizienz-Experte, der den Antrag vor Arbeitsbeginn stellt.

Kann ich während der Arbeiten im Haus wohnen?

Ja. Die Aufsparrendämmung wird komplett von außen ausgeführt, innen wird nicht gearbeitet. Es kann zeitweise laut werden, etwa beim Abdecken und Schrauben. Wir öffnen das Dach abschnittsweise und schließen es jeden Abend regensicher, damit kein Wasser ins Haus gelangt.

Brauche ich bei der Aufsparrendämmung eine Dampfbremse?

Ja, in Form einer luftdichten Bahn auf den Sparren oder auf der Schalung, unter den Dämmplatten. Sie verhindert, dass feuchte Raumluft in die Dämmung gelangt. Werden die Sparrenfelder zusätzlich gedämmt, verwenden wir eine feuchtevariable Bahn, damit die Konstruktion in beide Richtungen austrocknen kann.

Geht eine Aufsparrendämmung beim Reihenhaus oder bei Denkmalschutz?

Meist ja, aber mit Abstimmung. Beim Reihenhaus müssen Übergang und Brandschutz zum Nachbarhaus gelöst werden, am besten saniert man gemeinsam. Bei einem Denkmal entscheidet die Denkmalbehörde, ob das Dach höher werden darf. Oft hilft eine Kombination aus Zwischensparrendämmung und dünnerer Aufsparrendämmung.

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