Der Dachstuhl ist das tragende Holzgerüst Ihres Daches. Er trägt Ziegel, Dämmung, Schnee und Wind und leitet alles sicher in die Wände ab. Hier erfahren Sie, wie ein Dachstuhl aufgebaut ist, welche Arten es gibt, woran Sie Schäden erkennen, was Sanierung und Neubau kosten und was in Hessen für die Genehmigung gilt.
Als Zimmerei und Dachdeckerei in einem Betrieb kümmern wir uns um den Dachstuhl und alles, was darauf liegt. Wir sanieren alte Konstruktionen, tauschen einzelne Sparren, verstärken Hölzer für den Dachausbau und bauen neue Dachstühle für Bestandsgebäude und Aufstockungen. Geht es um das ganze Dach mit Dämmung und neuer Deckung, lesen Sie auch unsere Seite zur Dachsanierung. Was unsere Zimmerei sonst noch baut, finden Sie unter Zimmerei.
- Konstruktionen
- Sparren-, Pfetten-, Kehlbalkendach
- Richtwert
- ca. 50–120 €/m² Dachfläche (nur Holz)
- Leistung
- Prüfung, Sanierung, Abbund, Aufrichten
- Die drei Grundformen sind Sparrendach, Pfettendach und Kehlbalkendach. Im Bestand findet man häufig Pfettendächer mit Stuhlsäulen.
- Ein neuer Dachstuhl kostet als reine Holzkonstruktion ca. 50–120 € pro m² Dachfläche; der Austausch auf einem bestehenden Einfamilienhaus liegt mit Rückbau und Statik meist bei ca. 15.000–35.000 €.
- Oft reicht eine Sanierung: Sparren aufdoppeln, Sparrenfüße erneuern oder einzelne Hölzer tauschen kostet ca. 30–60 € pro m² betroffener Fläche.
- In Hessen ist die Erneuerung der Dachkonstruktion eines bestehenden Gebäudes baugenehmigungsfrei – mit Kenntnisgabe an die Gemeinde und statischer Bescheinigung.
- Gesamtkosten mit Dämmung und Eindeckung erklärt der Ratgeber Dachsanierung: Kosten.
Was ist ein Dachstuhl?
Ein Dachstuhl ist die tragende Holzkonstruktion eines geneigten Daches. Sparren, Pfetten, Balken und Stützen steifen sich gegenseitig aus und leiten alle Lasten in die Außenwände, tragende Innenwände oder die oberste Geschossdecke ab.
Zu diesen Lasten gehören das Eigengewicht von Holz, Lattung und Deckung, Schnee, Winddruck und Windsog sowie alles, was später dazukommt – etwa Dämmung, Photovoltaik oder ein ausgebautes Dachgeschoss. Wie stark die Hölzer sein müssen, berechnet ein Tragwerksplaner für den Standort.
Dachstuhl, Dachkonstruktion, Dachaufbau
Der Dachstuhl ist nur das tragende Holzgerüst. Die Dachkonstruktion umfasst zusätzlich Schalung, Lattung und Konterlattung. Der Dachaufbau beschreibt die Schichten von innen nach außen: Verkleidung, Dampfbremse, Dämmung, Unterdeckbahn, Lattung, Eindeckung. Für Sie wichtig: Ein gesunder Dachstuhl kann oft bleiben, auch wenn Dämmung und Deckung erneuert werden.
Aufbau: die Bauteile eines Dachstuhls
Ein Dachstuhl besteht aus wenigen Grundbauteilen. Wer die Namen kennt, versteht Angebote und Statik besser.
Sparren, Grat- und Kehlsparren, Schifter
Dachsparren sind die schrägen Hölzer von der Traufe bis zum First. Auf ihnen liegen Lattung und Eindeckung, zwischen ihnen meist die Dämmung. Beim Walmdach treffen zwei Dachflächen an einem Gratsparren zusammen, an einer Innenecke an einem Kehlsparren. Die kürzeren Sparren, die schräg daran anschließen, heißen Schifter – jeder mit eigener Länge und zwei schrägen Schnitten.
Pfetten und Stuhlsäulen
Pfetten sind waagerechte Längsträger, auf denen die Sparren aufliegen: die Fußpfette an der Traufe, die Mittelpfette etwa in halber Höhe, die Firstpfette oben. Getragen werden sie von Stuhlsäulen oder Wänden. An der Fußpfette finden wir im Bestand am häufigsten Feuchteschäden, weil dort Wasser von undichten Rinnen hinläuft.
Kehlbalken, Zangen, Kopfbänder
Kehlbalken verbinden zwei gegenüberliegende Sparren waagerecht und verhindern, dass sie sich durchbiegen; im ausgebauten Dach bilden sie oft die Decke. Zangen umfassen Sparren und Stuhlsäulen paarweise. Kopfbänder sind kurze Streben zwischen Stuhlsäule und Pfette, die den Dachstuhl in Längsrichtung aussteifen.
Kniestock (Drempel) und Ringanker
Der Kniestock ist die niedrige Außenwand zwischen oberster Geschossdecke und Sparrenfuß. Je höher er ist, desto mehr Fläche ist im Dachgeschoss nutzbar. Den Schub der Sparren nimmt oben ein Ringanker auf. Wird der Kniestock erhöht, muss dieser Punkt neu nachgewiesen werden.

Dachstuhlarten im Vergleich
Die drei klassischen Bauarten sind Sparrendach, Pfettendach und Kehlbalkendach. Sie unterscheiden sich darin, wie die Last abgetragen wird – und damit, wie frei Sie den Dachraum nutzen und wie leicht Sie später Gauben oder Dachfenster einbauen können.
| Bauart | Prinzip | Spannweite (Faustwert) | Dachraum | Gaube nachrüsten |
|---|---|---|---|---|
| Sparrendach | Sparrenpaare bilden mit der Decke ein Dreieck | bis ca. 8 m | frei von Stützen | aufwendiger, jedes Sparrenpaar trägt mit |
| Kehlbalkendach | Sparrendach mit waagerechten Kehlbalken | ca. 10–12 m | frei, Kehlbalken begrenzen die Höhe | aufwendiger, Statik prüft jeden Eingriff |
| Pfettendach | Sparren liegen auf Fuß-, Mittel- und Firstpfette | flexibel, über Stützen erweiterbar | Stuhlsäulen können stören | vergleichsweise einfach |
Sparrendach
Zwei Sparren stützen sich am First gegenseitig ab, unten nimmt die Geschossdecke den Schub auf. Der Dachraum bleibt frei, die Bauart ist materialsparend und passt zu steileren Satteldächern. Weil jedes Sparrenpaar Teil des statischen Systems ist, braucht jede größere Öffnung eine sorgfältige Abfangung.
Pfettendach
Die Sparren liegen auf Pfetten, die auf Stuhlsäulen oder Wänden ruhen. Das macht die Konstruktion anpassungsfähig – auch für flachere Dächer, Walmdächer und verwinkelte Grundrisse. Für eine Gaube lassen sich einzelne Sparren vergleichsweise einfach auswechseln.
Kehlbalkendach
Die Kehlbalken verkürzen die frei tragende Länge der Sparren, deshalb sind größere Spannweiten möglich. Im ausgebauten Dach liegt darüber meist ein niedriger Spitzboden.
Stehender und liegender Stuhl
Ältere Pfettendächer haben entweder einen stehenden Stuhl mit senkrechten Stuhlsäulen oder einen liegenden Stuhl mit schrägen Streben parallel zu den Sparren. Der liegende Stuhl hält die Mitte frei und findet sich vor allem in historischen Gebäuden.
Dachform und Dachstuhl
Die Dachform bestimmt, wie aufwendig der Abbund ist, also das Zuschneiden und Anpassen der Hölzer. Je mehr Flächen, Grate und Kehlen, desto mehr Arbeitszeit und Holz.
- Satteldach: zwei Flächen, die am First zusammenlaufen – die einfachste und günstigste Form.
- Walmdach: auch die Giebelseiten sind geneigt. Windstabil und ruhig im Bild, durch Gratsparren und Schifter aber deutlich aufwendiger.
- Pultdach: nur eine geneigte Fläche, einfach im Aufbau, beliebt bei Anbauten und für Photovoltaik.
- Mansarddach: steiler unterer und flacher oberer Teil. Viel Wohnraum, aber konstruktiv anspruchsvoll.
- Zeltdach: vier gleich geneigte Flächen mit einer Spitze, typisch für quadratische Grundrisse.
Auf einem Bestandsgebäude ist die Dachform meist durch Bebauungsplan oder Ortsbild vorgegeben. Wer sie ändern möchte, klärt das vor der Planung mit der Gemeinde.
Holz für den Dachstuhl
Für neue Dachstühle verwenden wir technisch getrocknetes Konstruktionsvollholz (KVH), für lange und hoch belastete Bauteile Brettschichtholz (BSH). Beides ist maßhaltig, rissarm und trocken genug für den Einbau.
KVH und BSH
KVH ist nach Festigkeit sortiertes, meist keilgezinktes Vollholz, üblich in der Festigkeitsklasse C24. BSH besteht aus verleimten Brettlagen und trägt bei gleichem Querschnitt mehr. Wir setzen es für lange Pfetten und für Abfangungen bei Gauben ein. Trocken eingebautes Holz bietet Pilzen und Insekten kaum Angriffsfläche.
Fichte, Tanne, Lärche, Douglasie
Standard ist Fichte oder Tanne. Lärche und Douglasie sind von Natur aus widerstandsfähiger; wir empfehlen sie für sichtbare Dachüberstände und Sichtdachstühle. Sie kosten etwa 20–40 % mehr. In historischen Gebäuden findet man oft Eiche.
Wie lange hält ein Dachstuhl?
Ein trocken gehaltener Dachstuhl aus Nadelholz hält viele Generationen, häufig 80 bis über 100 Jahre. Entscheidend ist die Feuchtigkeit: Ein undichter Anschluss schadet dem Holz in wenigen Jahren mehr als Jahrzehnte trockener Nutzung.

Dachstuhl sanieren oder erneuern?
In den meisten Fällen lässt sich ein alter Dachstuhl sanieren. Neu gebaut werden muss er nur, wenn große Teile durch Feuchtigkeit, Pilze oder Insekten zerstört sind oder das Dach künftig ganz anders tragen soll.
Warnzeichen, die Sie selbst prüfen können
- Sparren oder First hängen sichtbar durch
- Wasserränder, dunkle Verfärbungen oder modriger Geruch im Dachboden
- Holz gibt beim Eindrücken mit einem Schraubendreher nach
- Feines Bohrmehl unter Balken, kleine runde oder ovale Löcher
- Risse quer zur Faser oder gelöste Verbindungen
- Schäden an Sparrenfüßen und Fußpfette unter undichten Rinnen
Längsrisse entlang der Faser sind bei Vollholz meist harmlose Trocknungsrisse.
Holzschädlinge: Hausbock, Holzwurm, Hausschwamm
Die Larven des Hausbocks fressen jahrelang im Nadelholz; typisch sind ovale Fluglöcher und Fraßgänge dicht unter der Oberfläche. Der Holzwurm, die Larve des Gemeinen Nagekäfers, hinterlässt runde Löcher von etwa 1–2 mm. Gefährlicher ist der Echte Hausschwamm, ein Pilz, der feuchtes Holz zersetzt und sich über Mauerwerk ausbreiten kann.
Wir prüfen zuerst, ob ein Befall noch aktiv ist und wie tief er reicht, und tauschen stark geschädigte Hölzer aus. Aktiven Befall im verbauten Holz bekämpfen Fachbetriebe für Holzschutz, etwa mit dem Heißluftverfahren; wir stimmen uns mit ihnen ab. In Dachstühlen aus den 1960er- bis 1980er-Jahren wurden teils heute verbotene Holzschutzmittel eingesetzt. Wer dort wohnen will, sollte das prüfen lassen.
Sanierungsmethoden
- Sparren aufdoppeln: Wir schrauben ein neues Holz neben oder auf den alten Sparren – zur Verstärkung oder für mehr Dämmhöhe.
- Laschen: Geschwächte Stellen überbrücken wir mit Holz- oder Stahllaschen.
- Sparrenfüße erneuern: Morsche Enden an der Traufe werden herausgeschnitten und neu angesetzt.
- Fußpfette oder einzelne Hölzer tauschen: Das Dach wird abschnittsweise abgestützt.
- Komplettaustausch: Rückbau und Neubau, meist zusammen mit Dämmung und Eindeckung.
| Befund | Typische Maßnahme |
|---|---|
| Einzelne Sparren durchgebogen oder angebrochen | Aufdoppeln oder Laschen |
| Sparrenfüße und Fußpfette morsch | Sparrenfüße anschuhen, Fußpfette tauschen |
| Alter Insektenbefall, Holz überwiegend fest | Einzelne Hölzer ersetzen |
| Aktiver Befall oder Pilz in vielen Bauteilen | Großflächiger Austausch, Fachbetrieb Holzschutz |
| Zu schwach für Ausbau oder Photovoltaik | Verstärken nach Statik |
| Mehr als etwa die Hälfte der Hölzer geschädigt | Neuer Dachstuhl meist wirtschaftlicher |
Allein wegen des Alters lohnt sich ein neuer Dachstuhl selten. Wir empfehlen ihn, wenn die Reparatur mehr kosten würde als der Neubau oder sich mit der Sanierung auch die Nutzung ändert.
Dachstuhl und Dämmung
Wer am Dachstuhl arbeitet, sollte die Dämmung gleich mitplanen. Viele Dachstühle aus der Nachkriegszeit haben Sparren mit nur 12 bis 14 cm Höhe – zu wenig für eine heute übliche Dämmstärke.
- Sparren aufdoppeln und den Zwischenraum voll dämmen: die Zwischensparrendämmung mit luftdichter Dampfbremse.
- Von außen dämmen: Bei einer Neueindeckung legen wir eine Aufsparrendämmung ohne Unterbrechung über die Sparren.
- Kombination: Zwischensparrendämmung plus Holzfaser außen verringert Wärmebrücken und verbessert den Hitzeschutz.
Wird das Dach erneuert, verlangen die gesetzlichen Vorgaben (Gebäudemodernisierungsgesetz, früher Gebäudeenergiegesetz) in der Regel auch eine Dämmung auf aktuellem Stand. Mehr unter Dachdämmung.
Förderung
Der Dachstuhl selbst wird nicht gefördert, die Dämmung schon. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BAFA) gibt 15 % Zuschuss auf bis zu 30.000 € förderfähige Kosten je Wohneinheit, mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) bis 60.000 €; den iSFP-Bonus von 5 % gibt es bei einer Wohneinheit erst auf den Betrag über 30.000 €. Ein Energieeffizienz-Experte ist Pflicht, der Antrag muss vor Arbeitsbeginn gestellt sein. Alternativ gilt der Steuerbonus: 20 % der Kosten über drei Jahre, höchstens 40.000 € je selbst genutztem Haus, das älter als zehn Jahre ist. Beides für dieselbe Maßnahme geht nicht. Details unter Förderung und Energieberatung.

Was kostet ein Dachstuhl?
Ein neuer Dachstuhl kostet als reine Holzkonstruktion mit Abbund und Montage ca. 50–120 € pro m² Dachfläche. Der Preis hängt vor allem von Bauart, Dachform und Holzmenge ab:
| Bauart / Dachform | Richtwert pro m² Dachfläche |
|---|---|
| Satteldach als Sparren- oder Pfettendach | ca. 50–80 € |
| Kehlbalkendach | ca. 55–85 € |
| Walmdach | ca. 80–120 € |
| Mansarddach | ca. 80–120 € |
| Teilsanierung (betroffene Fläche) | ca. 30–60 € |
Grobe Richtwerte (Stand Oktober 2026), ersetzen kein Angebot. Bei einem Bestandsgebäude kommen Kosten hinzu, die beim Neubau nicht anfallen:
| Nebenkosten | Richtwert |
|---|---|
| Rückbau und Entsorgung des alten Dachstuhls | ca. 3.000–6.000 € |
| Bestandsaufnahme und Statik | ca. 800–2.500 € |
| Gerüst und Kran | je nach Haus, im Angebot einzeln ausgewiesen |
| Lärche oder Douglasie statt Fichte | ca. 20–40 % Aufpreis auf das Holz |
Was den Preis bestimmt
- Dachfläche und Dachform: Grate, Kehlen und Gauben erhöhen den Abbund-Aufwand.
- Spannweite: Größere Spannweiten brauchen stärkere Querschnitte oder Brettschichtholz.
- Zustand im Bestand: Wie viel Holz ist geschädigt, wie viel muss abgestützt werden?
- Zugänglichkeit: Kann ein Kran stellen, oder muss alles per Hand nach oben?
Beispiel 1: Teilsanierung an der Traufe
Bei einer Neueindeckung zeigt sich, dass an einer Traufseite acht Sparrenfüße und ein Stück Fußpfette morsch sind; betroffen sind ca. 30 m² Dachfläche. Abstützen, Sparrenfüße anschuhen, Fußpfette tauschen: ca. 900–1.800 € (30 m² × ca. 30–60 €). Weil das Dach ohnehin offen ist, fallen Gerüst und Abdecken nicht zusätzlich an.
Beispiel 2: neuer Dachstuhl auf einem Einfamilienhaus
Satteldach als Pfettendach, ca. 160 m² Dachfläche, alter Dachstuhl großflächig durch Feuchtigkeit geschädigt:
| Position | Richtwert |
|---|---|
| Neuer Dachstuhl, 160 m² × ca. 60–80 € | ca. 9.600–12.800 € |
| Rückbau und Entsorgung des alten Dachstuhls | ca. 3.000–6.000 € |
| Bestandsaufnahme und Statik | ca. 1.000–2.500 € |
| Summe ohne Gerüst, Kran, Dämmung und Eindeckung | ca. 13.600–21.300 € |
Mit Gerüst, Kran und aufwendigerer Dachform liegt der Austausch eines Dachstuhls auf einem Einfamilienhaus meist bei ca. 15.000–35.000 €. Was ein komplett erneuertes Dach mit Dämmung und Eindeckung kostet, rechnet unser Ratgeber Dachsanierung: Kosten für Dachstuhl, Dämmung und Eindeckung vor. Ihr Angebot erhalten Sie nach der Besichtigung schriftlich mit allen Positionen.
Genehmigung und Statik in Hessen
Für Arbeiten am Dachstuhl eines bestehenden Hauses brauchen Sie in Hessen in der Regel keine Baugenehmigung. Seit der Änderung der Hessischen Bauordnung (HBO) am 14. Oktober 2025 gilt:
- Instandhaltung: Einzelne Sparren tauschen, Hölzer verstärken oder behandeln braucht keine Baugenehmigung (§ 62 Abs. 1 HBO).
- Dach erneuern ohne Eingriff in die Konstruktion: Bei Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3, also den meisten Ein- und Zweifamilienhäusern, verfahrensfrei ohne weitere Auflagen (Anlage zu § 63, Abschnitt II Nr. 3).
- Dachkonstruktion ändern oder erneuern: Dächer bestehender Gebäude einschließlich Dachkonstruktion und Dämmung sind baugenehmigungsfrei (Anlage zu § 63, Abschnitt I Nr. 2.5) – unter zwei Bedingungen.
- Neubau oder Aufstockung: In der Regel ist ein Bauverfahren nötig, das ein Architekt oder Bauingenieur vorbereitet.
Die zwei Bedingungen: Kenntnisgabe und Statik
Kenntnisgabe: Die Bauvorlagen werden bei der Gemeinde eingereicht, in Mörfelden-Walldorf also bei der Stadt. Gebaut werden darf 14 Tage nach Eingang, wenn die Gemeinde kein Genehmigungsverfahren verlangt; gibt sie vorher grünes Licht, auch früher. Statische Bescheinigung: Ein dafür berechtigter Tragwerksplaner muss die statisch-konstruktive Unbedenklichkeit feststellen und Ihnen bescheinigen, bevor wir beginnen.
Baugenehmigungsfrei heißt nicht regelfrei: Bebauungsplan, Gestaltungssatzungen, Abstandsflächen und Denkmalschutz gelten weiter, etwa wenn sich Dachneigung oder Firsthöhe ändern. Wer die Bedingungen übergeht, riskiert ein Bußgeld von bis zu 500.000 €. Wir klären vor dem Angebot, welcher Fall vorliegt. Den Gesetzestext stellt das Hessische Wirtschaftsministerium bereit.
Mehr nutzen: Dachausbau, Gaube, Photovoltaik
Der Dachstuhl entscheidet, was Sie später mit Ihrem Dach machen können.
Dachgeschoss ausbauen
Störende Kehlbalken oder Stuhlsäulen lassen sich oft versetzen oder abfangen, damit man aufrecht stehen kann. Der Statiker berechnet neue Lastwege, wir bauen zum Beispiel einen Unterzug aus Brettschichtholz ein, bevor eine Stütze entfällt.
Gaube und Dachfenster
Für eine Dachgaube oder ein breites Dachfenster werden Sparren unterbrochen und über Wechsel abgefangen. Als Zimmerei und Dachdecker planen wir Holzbau und Anschlüsse in einem Schritt.
Photovoltaik
Eine Photovoltaikanlage wiegt grob 15 bis 25 kg pro m², dazu kommt Schnee. Ältere, knapp bemessene Dachstühle können dafür zu schwach sein. Bei Zweifeln empfehlen wir eine statische Prüfung vor der Photovoltaik-Montage. Bei einer Aufstockung in Holzrahmenbauweise entsteht ohnehin ein neuer Dachstuhl – leicht und schonend für die bestehenden Wände.

So läuft es bei uns ab
- Anfrage: Sie schicken Fotos vom Dachboden und vom Dach per WhatsApp oder über das Formular.
- Besichtigung: Timo Zwilling kommt persönlich, prüft die Hölzer, misst auf und dokumentiert Schäden.
- Statik und Unterlagen: Bei Verstärkungen oder einem neuen Dachstuhl stimmen wir uns mit dem Tragwerksplaner ab; eine nötige Kenntnisgabe wird jetzt eingereicht.
- Angebot: schriftlich, mit allen Positionen – auf Wunsch gleich mit Dämmung und Eindeckung.
- Abbund: Wir schneiden die Hölzer vorab nach Maß zu, damit das Dach möglichst kurz offen ist.
- Rückbau und Aufrichten: Alte Deckung und Hölzer kommen abschnittsweise herunter, der neue Dachstuhl wird gestellt oder der alte verstärkt.
- Dämmung und Eindeckung: Direkt danach folgen Unterdeckbahn, Dämmung, Lattung und Eindeckung – ohne Wartezeit auf ein anderes Gewerk.
- Abnahme: Wir gehen alles mit Ihnen durch und übergeben Fotos der verdeckten Arbeiten.
Wie lange dauert es?
Das Aufrichten eines neuen Dachstuhls für ein Einfamilienhaus dauert meist ein bis drei Tage, wenn die Hölzer vorbereitet sind. Mit Rückbau, Dämmung und Eindeckung sollten Sie mehrere Wochen einplanen, davor Planung, Statik und die 14-Tage-Frist. Eine Teilsanierung ist oft in ein bis zwei Tagen erledigt. Abends schließen wir das Dach mit Planen oder Unterdeckbahn.
Typische Irrtümer rund um den Dachstuhl
„Das Dach ist alt, also muss der Dachstuhl neu.“
Nein. Trockenes Holz altert kaum. Viele 70 oder 100 Jahre alte Dachstühle tragen weiter, wenn einzelne Schadstellen saniert werden.
„Bohrlöcher heißen: alles raus.“
Nicht unbedingt. Viele Fluglöcher stammen von einem längst erloschenen Befall. Entscheidend ist, ob er aktiv ist und wie viel Querschnitt fehlt.
„Am Dachstuhl brauche ich immer eine Baugenehmigung.“
In Hessen trifft das für bestehende Gebäude meist nicht zu. Je nach Umfang genügt nichts weiter oder eine Kenntnisgabe mit statischer Bescheinigung.
Warum Dachtechnik Zwilling
- Zimmerei und Dachdecker in einem Betrieb: Holzbau, Dämmung und Eindeckung aus einer Hand. Das Dach ist kürzer offen, es gibt keine Lücken zwischen den Gewerken.
- Ehrliche Bestandsaufnahme: Wir sagen Ihnen, wann eine Reparatur reicht.
- Ein Ansprechpartner: Timo Zwilling kommt selbst zur Besichtigung und begleitet die Baustelle.
- Statik und Genehmigung mitgedacht: Wir stimmen uns mit Tragwerksplanern ab.
- Klare Angebote: schriftlich, mit allen Positionen.
Ralf Hartmann über seine Dachsanierung: „Der zum Teil neue Dachstuhl, die schönen vorgeschlagenen Ziegel sowie die empfohlene Aufsparrendämmung aus Holzfasern verbessern unseren Wohnkomfort im Winter wie im Sommer.“
Dachstuhl sanieren in Mörfelden-Walldorf und Umgebung
Wir arbeiten in Mörfelden-Walldorf und im ganzen Umkreis: im Kreis Groß-Gerau in Groß-Gerau, Büttelborn, Nauheim, Trebur, Riedstadt, Rüsselsheim, Raunheim und Kelsterbach, Richtung Süden in Weiterstadt, Erzhausen, Griesheim und Darmstadt sowie östlich in Langen, Egelsbach und Dreieich. Alle Orte finden Sie im Einsatzgebiet.
Schnell zur Einschätzung: Fotografieren Sie den Dachboden mit Sparren, First und Traufe sowie verdächtige Stellen von nah und schicken Sie die Bilder per WhatsApp. Wir melden uns und vereinbaren einen Termin.
Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026 · Fachlich verantwortlich: Timo Zwilling, Inhaber Dachtechnik Zwilling




